• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Fundstücke in verkehrter Welt

11.07.2015

Oldenburg In einem Über-Eck-Ensemble lehnen Latten, Bilder und Verkehrsschilder nebeneinander und manchmal auch übereinander an der Wand, während nebenan eine Katze hinter einer weißen Spitzengardine hervorlugt.

Was wie Chaos wirkt, ist wohlgeordnet – vom Kölner Künstler Robert Elfgen (43), der derzeit seine Installationen beim Oldenburger Kunstverein (Damm 2) zeigt. Er baut Bricolagen mit Fundstücken aus Natur und Alltag, Sperrholz, Glas, Intarsien und flattrigen Stoffen. Von Elfgens Arbeit haben sich Schüler der Klasse 7b des Alten Gymnasiums (AGO) im Kunstunterricht unter Regie von Lehrerin Angelika Feldhege inspirieren lassen. Mit den Ergebnissen haben sie – als erste Klasse überhaupt – eine Neben-Ausstellung gestaltet, die im Kabinett des Kunstvereins zu sehen ist. Und ähnlich wie bei Elfgen bietet sich dem Betrachter auch hier eine Bühne für Alltagsgegenstände, die in einem neuen Kontext verblüffende und auch humorvolle Details offenbaren. Johanna Klanke beispielsweise hat Spiegelfliesen mit Schiffchen bemalt, Henrike Lichtenberg hat davor Muscheln drapiert, die sie mit Lackfarbe besprüht hat. Über der Szenerie schwebt ein aufgespannter Regenschirm, den die Schüler verkehrt herum an einer Krawatte aufgehängt haben und von der Decke baumeln lassen. In den Schirm haben die Schüler Postkarten gelegt. An der Seite steht die Marke „tigi“, was auf den Kopf gestellt „igit“ ergibt. Die – wenn auch rechtschreibmäßig nicht ganz korrekte – Doppeldeutigkeit dürfte ganz im Sinne Elfgens sein, der ein Fahrrad so montiert hat, dass Sattel und Pedale vertauscht sind. „Peter und Petra“ hat er das Werk betitelt.

Auch das von Elfgen praktizierte Bekleben von Holzfaserplatten mit getrockneten und lackierten Fenchel- und Distelpflanzen haben die Schüler nachempfunden. Henrike Lichtenberg hat in einem dieser Werke unter anderem eine Häkeldecke integriert: „Es hat Spaß gemacht, viele versteckte Sachen unterzubringen.“ Die Beschäftigung mit Robert Elfgens Installationen habe die eigene Fantasie beflügelt, ergänzt Anna Hinrichs. Sie hat sich zu Elfgens Werken zusammen mit Theresa Lambertus Geschichten ausgedacht und als MP3-Datei vertont. Ausstellungsbesucher können sie sich vor Ort anhören.

Museumspädagogin Mareike Urfels hat den Schüler-Dialog mit Elfgens Arbeiten begleitet. Über das Projekt „Junge Freunde“ versucht sie, junge Menschen für zeitgenössische Kunst zu begeistern. Sie findet die Schüler-Werke gelungen und „sehr atmosphärisch“. Auffällig sei ein Unterschied: Im Gegensatz zum melancholischen Grundton bei Elfgen seien die Schüler-Werke deutlich fröhlicher.

Auch der Kunstverein sei von den Arbeiten der AGO-Nachwuchskünstler angetan, berichtet Urfels. Zwar sind deren Werke nur bis einschließlich Dienstag, 14. Juli, zu sehen. Bleibenden Eindruck hinterlassen sie dennoch, weil der Kunstverein dazu einen Extra-Ausstellungskatalog herausgeben will.


Mehr Infos unter   www.oldenburger-kunstverein.de 
Stephan Onnen Redakteur / Redaktion Oldenburg
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2114
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.