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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Geistvoller Kohlsultan setzt Glanzlicht

19.02.2014

Oldenburg /Berlin Grünkohl erobert als Kultgemüse den Globus. Und zwar heiß und friedlich. New York war bereits die erste Station. Und nach dem internationalen 57. Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten am Montagabend in der Niedersachsen-Vertretung in Berlin steht fest, der Kohl schafft es bald auf die Liste des Weltkulturerbes. Denn ob Europa, Asien oder Afrika – überall wird dieses Ziel von der geballten Multikulti-Kraft der neuen Oldenburger Regentschaft mit viel Charme, Intelligenz und Diplomatie vorangetrieben.

Die etwa 330 prominenten Gäste jedenfalls waren begeistert von Oldenburgs erstem anatolischen Kohlkönig Hüseyin Avni Karslioglu und einem Großen Kurfürsten vom Stamme der äthiopischen Oromo, besser bekannt als TV-Moderator Yared Dibaba. Und sie waren auch begeistert von einem Oberbürgermeister Gerd Schwandner, der – nach Chinesisch, Englisch, Türkisch, Schwäbisch – nun beinahe akzentfrei Plattdeutsch spricht. Und zwar keen Dummtüch. Der OB war erleichtert, dass das Kohlkönigsamt – nach KT zu Guttenbergs Demission – wieder glänzt, seit Altkönig Peter Altmaier Kanzleramtschef wurde. „Wir karren doch nicht 60 Jahre Kohl nach Bonn und Berlin, um dann als Karrierekiller zu gelten.“

Alle Bilderstrecken vom Gröönkohl-Äten

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) lobte, dass mit dem Kohl ein wirklich gutes Essen in die kulinarische Wüste Berlins gekommen sei. Wie nahrhaft das sei, sehe man an Altmaier (CDU). Und selbst als noch gar kein Korn serviert worden war, machte Hausherr Weil im Saal schon 30 Männer aus, „die so aussehen wie George Clooney“.

Zwar war der Große Kurfürst Yared Dibaba damit nicht gemeint, doch so sympathisch wie der amerikanische Frauenschwarm war er allemal – und spricht deutlich besser Plattdeutsch. In Äthiopien geboren und in Ganderkesee aufgewachsen, kannte Dibaba sich aus, trug nicht nur grüne Socken, sondern würzte auch die eigene Geschichte mit viel Humor („Schwarzkohlkönig“). Sein Uropa vom Stamme der Oromo habe ihn übrigens nach Norddeutschland geschickt. „Als Entwicklungshelfer für das Plattdeutsche.“ Den neuen Kohlkönig Hüseyin Avni Karslioglu lobte er als gut aussehenden Mann des Weitblicks mit einer internationalen Karriere.

Und die Krönung dieser Diplomatenlaufbahn ist nun das Amt der Oldenburger Kohlmajestät: „Bisher gibt es noch keinen Botschafter, der sich im Gastland zum König hat ernennen lassen“, sagte der 57-jährige Diplomat. „Können Sie sich vorstellen, welche Schlagzeilen das in Ankara macht?“ Er habe sich diese historische Ehre nie träumen lassen, als erster türkischstämmiger Grünkohlkönig in die Geschichte eingehen zu können. Das zeige deutlich, wie weit es mit der Integration schon vorangeschritten sei. Er gratulierte Oldenburg zu der Weltoffenheit, Neues als Bereicherung zu empfinden und nicht als Bedrohung. „Und nun lassen Sie sich statt von einem Grünkohlkönig von einem Grünkohlsultan regieren.“

Was ihn so erwartet, schilderte Vorgänger Peter Altmaier, der nach einer Einladung bei Bundespräsident Joachim Gauck später kam. „Es ist das Beste, was mir je passiert ist. Die Weltherrschaft der Grünkohlkultur kann ich nur mit voller Kraft unterstützen.“

Sabine Schicke
stv. Redaktionsleitung
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2103
Christoph Kiefer
Redaktionsleitung
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2101

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