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Vereine: Gesang verstummt nach 120 Jahren

10.01.2014

Bürgerfelde /Nadorst Mit acht Gründungsmitgliedern hat alles angefangen, mit acht Aktiven endet – möglicherweise – auch die 120-jährige Geschichte des Gesangvereins Eintracht Bürgerfelde. Der Chor ist im Laufe der Jahre immer mehr geschrumpft. Nun halten nur noch sechs Frauen und zwei Männer (Dirk Hagens und Chorvorstand Erich von Heese) die Fahne des Vereins hoch – dirigiert von Chorleiter Hermann Egert. Das Durchschnittsalter ist mittlerweile 80 Jahre.

Am Donnerstag um 17.30 Uhr traf man sich in dieser kleinen Runde zur vorerst letzten Probe im OKC an der Kreyenstraße, um volkstümliche Lieder und Schlager zu singen. Aufgeben mag Erich von Heese aber dennoch nicht. „Wir haben ja am kommenden Sonntag noch unser Kohlessen. Da wollen wir uns noch mal Mut machen.“

So ganz verstummt der kleine Kreis aber nicht, denn zusammen mit dem Chor Teutonia Eversten will er für das Chorfest der Chorgemeinschaft Harmonie proben, das am 10. Mai – ausgerichtet vom Chor Einigkeit Donnerschwee – in Rastede stattfindet.

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Alle Versuche, weitere Stimmen anzuwerben, sind laut Erich von Heese erfolglos verlaufen. „Wir haben sogar Rundbriefe an Haushalte in Bürgerfelde verteilt.“

Es gab aber auch ganz andere Zeiten – Phasen, in denen das Interesse am Chorgesang so groß war, dass man eine Aufnahmesperre verhängen musste. Doch das ist lange her. Als reiner Männergesangverein wurde Eintracht Bürgerfelde einst gegründet. Nach Angliederung einer Frauengruppe pflegte man ab 1928 das gemischte Singen. Bis zum Zweiten Weltkrieg hielt das rege Vereinsleben an. Dann war Pause, bis 1948. Der Verein wuchs in der Folgezeit. Zum 75-jährigen Bestehen im Jahr 1969 hatte der Männerchor 20 Sänger, der Frauenchor 27 Sängerinnen. Die Zahl der Frauen stieg bis 1980 sogar auf 36 Aktive an. Diese Entwicklung brach dann aber wieder ab. Man schrumpfte auf neun Männer und 25 Frauen und tat sich wieder zu einem gemischten Chor zusammen.

Ab 1990 kam frischer Wind ins Ensemble. Der Verein übertrug die Chorleitung an Musikstudenten der Uni Oldenburg. „Obwohl dadurch alle drei Jahre nach Ende des Studiums ein Chorleiterwechsel erforderlich war, haben wir mit den Studenten gute Erfahrungen gemacht“, erinnert sich von Heese. Doch schließlich war auch mit dieser Konstruktion Schluss. Seither schwingt der Fleischermeister Hermann Egert den Taktstock, dafür absolvierte er extra Fortbildungen.

Sein Notenmaterial hat der Gesangverein bereits an einen anderen Chor weitergegeben. „Das können wir aber wiederbekommen, wenn wir doch noch weitermachen“, betont Erich von Heese.

Susanne Gloger Redakteurin / Redaktion Oldenburg
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