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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Geldsegen für Oldenburg

09.02.2015

Oldenburg Große Freude bei Museumsdirektor Friedrich Scheele: Das Stadtmuseum erhält eine Geldzuwendung über insgesamt 235 000 Euro, die aus dem familiären Umfeld des 1985 in Ludwigsburg gestorbenen Malers und Grafikers Heinz Liers stammt. „Das ist die höchste Zuwendung, die die Stadt je bekommen hat“, bestätigt Stadtsprecher Reinhard Schenke auf Nachfrage der NWZ.

Über die Annahme entscheidet an diesem Montag der Rat. Dass jemand Nein sagt, ist nicht zu erwarten. Verknüpft ist der Geldsegen mit der Sicherung des künstlerischen Nachlasses von Liers. Es handelt sich dabei um 200 bis 300 Bilder, schätzt Schenke. Scheele hat das Werk bereits gesichtet und sich Gedanken über eine Ausstellung gemacht, die im nächsten Jahr unter dem Titel „Nachkriegs-Avantgarde im Oldenburger Land“ gezeigt werden soll.

Und wer ist nun dieser Heinz Liers? Er wurde 1905 in Berlin geboren. Oldenburger Kunstfreunde entdeckten Liers erst drei Jahre nach seinem Tod im Rahmen einer großen Retrospektive, die 1988 im Stadtmuseum in Zusammenarbeit mit Liers’ letzter Heimatstadt Ludwigsburg präsentiert wurde. Initialzündung war 1986 ein Besuch des dortigen Kulturamtes im Atelier des Künstlers gewesen, zu dem Liers’ Witwe eingeladen hatte. Die Fachleute erkannten, dass hier ein bedeutendes Werk zu Unrecht unbeachtet geblieben war.

Zuwendungen: Bis zu 910 000 Euro im Jahr

Über Zuwendungen in Höhe von knapp 300 000 Euro beschließt der Stadtrat an diesem Montag.

Neben der Finanzspritze fürs Stadtmuseum fallen 25 000 Euro ins Auge, mit der die Förderung alternativer Fahrzeugantriebe unterstützt wird. Als Geber fungiert hier die EWE, die die von der Stadt Oldenburg in diesem Jahr geplante Anschaffung von 25 Erdgas-Autos mit jeweils 1000 Euro fördert.

Über einen Mangel an Zuwendungen kann sich die Stadt nicht beklagen. Die Summen schwanken zwischen 903 414,53 Euro im Jahr 2009 und 750 487,71 Euro im vorigen Jahr. Die höchste Gesamtsumme wurde 2012 mit 909 732,81 Euro verbucht.

Liers studierte an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin (ab 1924) und erhielt an der Staatlichen Kunsthochschule in Königsberg ein Meisteratelier. 1927 bekam er auf Veranlassung von Max Liebermann ein Stipendium der Akademie der Künste und Wissenschaft in Berlin. Die frühen Erfolge wurden durch Militärzeit, Kriegsverletzung und Gefangenschaft unterbrochen. Liers gehörte zur „verlorenen Generation“, die zwei Weltkriege erlebt hatte, und musste seinen eigenen, neuen Weg als Heimat- und Mittelloser finden. Sein Frühwerk ist durch diese Umstände verschollen.

1946 verschlug es ihn nach Oldenburg. Die Lehrtätigkeit als Kunsterzieher in der Erwachsenenbildung und an Schulen in Oldenburg und Varel bildeten eine schmale finanzielle Basis. Bis 1972 arbeitete er parallel als Kunstkritiker bei der NWZ , danach war er freiberuflich als Maler und Grafiker tätig. 1972 zog er mit seiner Frau nach Hannover, 1977 nach Denkendorf, letzte Station war 1983 Ludwigsburg.

Liers habe ein eigenständiges Werk in der Nachfolge des Konstruktivismus geprägt, erläutert Stadtsprecher Schenke. Zu Lebzeiten war dem Künstler, der sehr zurückgezogen gearbeitet hatte, gebührende Anerkennung versagt geblieben. Das will das Stadtmuseum nun im nächsten Jahr posthum ändern.

Stephan Onnen
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2114

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