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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Münstermann war ein genialer Künstler

01.11.2017

Golzwarden /Rodenkirchen /Holle Er war schon ein genialer Bilderschnitzer. Der Ludwig Münstermann. Der Bildhauer war von 1599 bis 1638 mit seiner Werkstatt in Hamburg tätig. Spuren hinterlassen hat er vor allem in vielen evangelischen Kirchen des Oldenburger Landes. So findet man zum Beispiel in der St.-Matthäus-Kirche in Rodenkirchen einen prächtigen Altar. Das ab 1618 entstandene mehr als fünf Meter hohe Kunstwerk sucht seinesgleichen. Vor allem für sein Spiel mit dem Licht gebühren Ludwig Münstermann eigentlich zwei Preise – für das beste Szenenbild und für die besten visuellen Effekte, scheinen sich die Holzfiguren doch zu bewegen. Auch das Taufbecken der Golzwarder St.-Bartholomäus-Kirche stammt aus der Münstermann-Werkstatt. An ihm wurde Arp Schnitger, der bedeutendste Orgelbauer der Barockzeit, getauft. Und in der Holler St.-Dionysius-Kirche (Gemeinde Hude, Landkreis Oldenburg) gibt es die von Münstermann gestaltete Kanzel. Ein Schmuckstück.

Münstermann wurde 1919 von Albert Erich Brinckmann, einen damals führenden Kunsthistoriker, sogar mit Michelangelo und Rembrandt verglichen, berichtete Oberkirchenrat i. R. Dr. Rolf Schäfer jetzt in der Holler Kirche. Diesen Ort hatten Schäfer sowie Verleger Florian Isensee und Pfarrer Nico Szameitat, Beauftragter der evangelischen Kirche in Oldenburg für das Reformationsjubiläum 2017, bewusst ausgewählt, um auf ein Buch aufmerksam zu machen, das ab Anfang November in den Handel kommt. „Münstermann-Bilder. Ausgewählt und erläutert von Rolf Schäfer“ lautet der Titel des etwas mehr als 60 Seiten umfassenden Bildbandes mit Fotografien von Tobias Trapp.

Nachdem anlässlich des Reformationsjubiläums die Oldenburger Kirche bereits im Oktober 2016 ein großes, zweibändiges Werk über den bedeutenden norddeutschen Bildhauer herausgegeben hat, in dem Münstermanns Altäre, Kanzeln und Taufsteine als einzigartige Kunstwerke im Detail beschrieben sind, gibt es jetzt mit dem kleinen Bildband den „Münstermann für jedermann“, wie es Verleger Florian Isensee nennt. Auf 25 Doppelseiten werden 25 Schnitzwerke von Münstermann mit einer jeweils kurzen Beschreibung vorgestellt, ausgewählt von Rolf Schäfer, der auch einer der Verfasser der großen Monografie ist.

Zu den von Rolf Schäfer ausgewählten Kunstwerken (unter anderem aus Varel, Schwei, Berne, Blexen, Rodenkirchen) gehört auch die Münstermann-Kanzel in Holle. Johannes Rosa, seinerzeit Pastor in Holle, habe die Kanzel bei Münstermann in Auftrag gegeben, erzählte Rolf Schäfer. Sie zeige wundervolle Skulpturen der Evangelisten.

Die Kanzel wurde einmal versetzt und verkleinert. Dabei sei der Heilige Dionysius abhandengekommen, wusste Schäfer zu berichten. Auch den Taufstein hatte Münstermann seinerzeit für die Holler Kirche geschaffen. Dieser sei aber um 1800 als abgängig hinter den Altar gestellt und bald darauf ans Museum nach Oldenburg abgegeben worden. „Mit einem Michelangelo oder einem Rembrandt hätte man wohl anders verfahren“, so Schäfer.

Jedoch wurde, wie schon erwähnt, die große Bedeutung des Künstlers erst Anfang des 20. Jahrhunderts erkannt.

->   978-3-7308-1398- 0.

Klaus Derke
Hude
Redaktion Hude
Tel:
04408 9988 2721