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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Gottesdienste im eigenen Wohnzimmer

13.11.2015

Oldenburg Das Wort Gemeinde wäre hier wohl falsch gewählt, denn die hat die Christlich-Essenische Kirche streng genommen nicht. Drei Amtsträgerinnen sind in Oldenburg tätig, sie laden zu offenen Gottesdiensten zu sich nach Hause ein und bieten darüber hinaus Haussegnungen, seelsorgerische Hilfe und spirituelle Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen an. Sabine van Geuns ist eine von ihnen, sie beteiligt sich am Arbeitskreis Religionen (NWZ  berichtete).

Die Glaubensgemeinschaft beruft sich auf das Volk der Essener, das in der Bibel Erwähnung findet. Landesweit sind in der Christlich-Essenischen Kirche rund 60 Würdenträger aktiv, wobei die Ämter terminologisch an die Organisationsstrukturen der beiden großen christlichen Kirchen angelehnt sind.

Interreligiös angelegt

Die Christlich-Essenische Kirche wurde in Deutschland gegründet und trat 2003 an die Öffentlichkeit, nachdem man sich über drei Jahrzehnte privat organisiert hatte. Mittlerweile ist sie in 30 Ländern vertreten. Das Besondere: Die evangelische Freikirche ist interreligiös angelegt. So stammen die Gottesdienstteilnehmer aus den unterschiedlichsten religiösen Traditionen, müssen diese auch nicht aufgeben. Andrea Jahnke, die Bischöfin von Oldenburg ist, bezeichnet dies als „Zusatzangebot“. Es geht ihr um einen spirituellen Zugang.

Engel und die Kräfte, die ihnen zugeschrieben werden, spielen zum Beispiel eine große Rolle. Bis zu 30 Besucher begrüßt die 55-Jährige einmal monatlich an einem Freitagabend zur Meditation bei sich zu Hause in Ofen in einem dafür hergerichteten Zimmer. Der Termin wurde aus organisatorischen Gründen gewählt. Sabine van Geuns, die das Amt der Landeserzbischöfin ausführt, hält in ihrem Wohnzimmer einmal monatlich einen Gottesdienst ab. Darüber hinaus werden Andachten regelmäßig ins Freie verlegt. Eine Pfingstmesse fand zum Beispiel im Eversten Holz statt, und es gab einen Gottesdienst zum Sonnenaufgang in Dangast.

Raum der Stille

Ein Dialog der Religionen in Oldenburg hat Jahnke und van Geuns schon lange am Herz gelegen. Seit eineinhalb Jahren sind sie Teil des Verbundes. „Man wächst zusammen, mittlerweile ist der Umgang richtig herzlich geworden“, sagt van Geuns.

Die 58-Jährige wünscht sich für Oldenburg einen Raum der Stille, so wie sie ihn am Flughafen in Edinburgh gesehen hat. „Das fand ich eindrucksvoll – ein Raum, der allen offen steht, wo Begegnung und gemeinsame Aktivitäten stattfinden können“, sagt sie. Beim nächsten Treffen des Arbeitskreises steht van Geuns’ Vorschlag für einen solchen Platz auf der Tagesordnung.

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