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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Grafen-Denkmal erregt Gemüter

26.03.2019
Betrifft: „Beim Grafen gilt für zwei Wochen der Videobeweis“ und Kommentar „Falsche Aussage“ von Thomas Husmann (NWZ vom 20. März) zum Aufbau des Grafen-Denkmal im Rahmen der Ausstellung zum Weserzoll

Ich würde mich der Meinung anschließen, dass das Standbild kitschig ist und nicht auf Dauer am Schloss stehen sollte.

Sie schreiben einen Kommentar und da können Sie sich natürlich vom konservativ-bürgerlichen Lager abgrenzen und als moderner Vertreter des intellektuellen, fortschrittlichen links-grünen? Lagers vorstellen. Aber was ich nicht nachvollziehen kann, ist die Selbstgerechtigkeit vieler heute lebender Menschen, mit der sie auf die Geschichte schauen und verurteilen, ohne die damals geltenden Gesetze, Konventionen und Zwänge zu vergessen. Als Bauer oder Fürst vor 1800 hätten Sie sicher ihre Leibeigenen freigelassen, nicht wahr? Weg mit Karl dem Großen und allen bedeutenden Fürsten vor 1800. Nur die Soldaten in Aufständen erzählen noch die deutsche Geschichte.

Ich kann nur vermuten, dass die Befürworter ihn auch als Teil einer oldenburgischen Identität auf dem Rückzug sehen, weil sie so sehr gerade für dieses Standbild kämpfen. Aufstellen würde ich es auch nicht.

Ulrike Hollinderbäumer
Oldenburg

Dieser Kommentar ist naiv und kenntnislos. Er ist einfach peinlich. Er ist der Nordwest-Zeitung unwürdig. Dies vorausgeschickt ist Wissenschaftsminister Thümler für seine Entscheidung das Standbild immerhin für drei Wochen auf dem Schlossinnenhof aufzustellen, zu danken. Was wäre auch eine Weserzoll Ausstellung ohne einen sichtbaren Graf Anton Günther?

Mit diesem Handeln unterscheidet sich Minister Thümler einsichtsvoll von seiner Vorgängerin. Sie und ein überforderter früherer Landtag sind für die bisher siebenjährige absurde Diskussion verantwortlich. Ich gehe davon aus und hoffe, dass Minister Thümler jetzt einen anderen Kurs im Sinne der übergroßen Mehrheit der Oldenburger Denkmalsbefürworter einschlägt.

Bei alledem darf nicht vergessen werden, worum es eigentlich geht. Es geht um oldenburgische, deutsche und europäische Geschichte und nicht um Kunst oder was manche dafür halten. Mit dem Denkmal soll endlich sichtbar der große Staatsmann seiner Zeit, der erfolgreiche Diplomat und vor allem der Mensch geehrt werden, der vielfaches für die Wohlfahrt seine Landes geleistet hat. Er hat - und wenigstes das ist unbestritten - seine Bürger im Dreißigjährigen Krieg vor Verwüstungen, Elend, Schrecken und Grausamkeiten bewahrt. In unserer Zeit mit nicht aufhörenden verbrecherischen Kriegen mit Millionen von Opfern ist es Grund genug, daran zu erinnern, dass Frieden möglich ist. Er hat es bewiesen. Das sollten die bedenken, die mit ihrem kleinkarierten Denken bis jetzt die Aufstellung des Denkmals verhindert haben.

Horst Milde
Oldenburg

(...). Ein neues öffentliches Meinungsbild kenne ich nicht, die Gegenargumente zur Aufstellung sind veraltet: Die Ausstellung rückt so manches in das richtige Licht und sollte demzufolge auch besucht werden.

Ein großes Verdienst des Grafen war sein „Großes und kleines Oldenburgisches Sicherheitssystem“, es bewahrte Oldenburg vor Kriegszerstörungen und Plünderungen. Schutzbriefe mit Schweden, Brandenburg, England und Frankreich erwiesen sich als nützlich, waren aber nicht nur für gute Worte zu haben.

Beispiel Weserzoll: Die „staatspolitische Meisterleistung Graf Anton Günthers“ beruhte u.a. auch auf lukrativen Geschenken für kaiserliche Beamte und Kurfürsten. „... man sprach nicht von „Bestechungen“, sondern von „Verehrungen“, ... die bei schlecht bezahlten Diplomaten und Gesandten als legitime Gehaltsaufbesserung“ angesehen wurden, ... „auch wertvolle Pferde aus gräflicher Zucht – für die Oldenburg seinerzeit berühmt war“.

In der Erinnerung unserer jetzigen Leser ist vor allem der Abzug Tillys nach Übergabe eines wertvollen Pferdegeschenkes geblieben, ob nun Legende oder nicht, diese Auffassung passt in die Diplomatie des Grafen.

Über die Schutzbriefe gibt es Literatur, über das „feine Leben“ zu Ungunsten seiner Bürgerschaft fand ich nichts, im Gegenteil, vor 200 Jahren stellte man fest „...des größeren Sohne Anton Günther, ... dessen mild-patriachalische Erscheinung noch lange in der Erinnerung seiner Unterthanen fortlebte ...“. Leider gibt kein Schild dem Ortsfremden Aufklärung über die Person des Reiters Auskunft.

Wolfgang Oehrl
Oldenburg

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