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NWZonline.de Region

Gruppenreise mit Gandhi und Glass

05.02.2016

Oldenburg Zuletzt inszenierte Andrea Schwalbach „Der Idiot“ im Großen Haus. Nun bringt die Musiktheater-Regisseurin die Oper „Satyagraha“, ein Gandhi-Porträt von Philip Glass, auf die Bühne des Staatstheaters. Ungewöhnlich ist nicht nur der Titel, der übersetzt „Kraft der Wahrheit“ heißt und wie die gesamte Oper der religiösen Sprache Sanskrit folgt. Auch der musikalische Minimalismus, für den der amerikanische Komponist Philip Glass berühmt ist, passt in kein typisches Opernraster.

Andrea Schwalbach begegnete dem Werk erstmals als Studentin in den 1980er Jahren. „Ich war beeindruckt. Aber ich dachte mir auch, dass hinter dieser sehr tonalen Musik eine Handlung steckt, der man mehr Leben einhauchen könnte.“ Wobei sie den indischen Freiheitskämpfer M.K. Gandhi (1869-1948) keineswegs glorifizieren wolle, räumt sie ein. „Wir gehen vielmehr einen Weg mit Gandhi und zeigen Bilder prägnanter Szenen aus seinem Leben. Wir erleben, wie eine Freiheitsgruppe seine humanen Ideen unterstützt und wie sie an ihnen scheitert. Gandhi erscheint nicht durchgehend sympathisch. Sein Weg zur Freiheit war ja nicht nur unblutig.“

„Satyagraha“ sei kein Abend zum Zurücklehnen, sagt Andrea Schwalbach. „Hoch emotional, ja, aber nicht esoterisch“, betont sie. Die alt-indische, religiöse Sprache Sanskrit stellt dabei eine besondere Herausforderung an alle Mitwirkenden dar. Sie besteht nur aus Silben, die wie die Klangmuster unendlich oft wiederholt werden. Deutsche Übertitel sollen den Zuschauern Orientierung geben.

Optisch wird die Oper nicht explizit an den Wirkstätten Gandhis in Indien und Südafrika verortet. Aus riesigen Bambusstäben hat Bühnenbildnerin Anne Neuser vielmehr eine eigene Welt gebaut, die einen Hauch von Fremdheit und Exotik verströmt. „Auf der einen Seite hat sie etwas sehr Leichtes“, sagt Andrea Schwalbach, „aber ihr haftet auch etwas Brutales an, besonders dann, wenn sie zusammenbricht.“

Der amerikanische Tenor Timothy Oliver, der seit 2005 Ensemblemitglied der Semperoper Dresden ist, übernimmt als Gast die Titelpartie. In weiteren Rollen singen Anna Avakian, Melanie Lang, Kammersänger Paul Brady, Tomasz Wija, Valda Wilson, Hagar Sharvit, Ill-Hoon Choung und Alexander Murashov.

Der Opern- und Extrachor unter der Leitung von Thomas Bönisch ist mit 70 Sängerinnen und Sängern groß besetzt. Carlos Vazquez dirigiert das Staatsorchester.

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