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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Gute Nachrichten: Hiob im Staatstheater

19.04.2017

Oldenburg Das Stück Hiob feiert am Samstag, 22. April, um 20 Uhr Premiere im Kleinen Haus. Es sind noch Restkarten erhältlich. Weitere Aufführungen sind u. a. am 29. April, 2. Mai, 17. Mai und 19. Mai jeweils um 20 Uhr.

Auch ohne religiöses Interesse ist wohl so ziemlich jedem die Geschichte des Hiob oder zumindest der Begriff Hiobsbotschaft geläufig. Besonders schlechte Nachrichten, in der Regel mit persönlichen Schicksalsschlägen verknüpft, werden so bezeichnet. Der biblische Hiob erhält aufgrund einer Wette zwischen Satan und Gott derer besonders viele.

Diese Geschichte bildet auch die Vorlage für den weltberühmten Roman „Hiob“ von Joseph Roth aus dem Jahre 1930, dessen eigens für das Oldenburgische Staatstheater geschriebene gleichnamige Bühnenfassung am kommenden Samstag ihre Premiere und Uraufführung feiert.

Doch der Geschichte des Mendel Singer, so heißt Roths Hiob, liegt noch ein zweites wichtiges Thema zugrunde: die Migrationsgeschichte einer jüdischen Familie aus Russland zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Dramaturg Jonas Hennicke erläutert: „Roth hat nicht wirklich eine Migrationsgeschichte schreiben wollen, aber letztendlich hat er genau das getan, weil er eine der größten Migrationsbewegungen im 20. Jahrhundert überhaupt beschreibt. Nämlich die Auswanderung der osteuropäischen Juden in die USA.“ Und genau das hat diesen Stoff für das Staatstheater so interessant gemacht. Denn es finden sich sehr viele Parallelen zu den Flüchtlings- und Migrationsbewegungen der heutigen Zeit. Mit diesem alten Stoff wird somit ein ganz aktuelles Thema aufgegriffen.

Roth stellte Mendel Singer als einfachen Mann und jüdischen Thoralehrer dar, der längst nicht so viel wie sein biblisches Vorbild zu verlieren hatte. Doch auch ihm spielte das Schicksal übel mit und obwohl er keine materiellen Reichtümer besaß, wurde ihm ebenfalls nach und nach das Wertvollste genommen – seine Familie und seine Heimat. Sein Glaube an Gott wurde dadurch auf eine harte Probe gestellt.

Die Regisseurin Jana Milena Polasek zeichnet sich laut Hennicke „durch genaue Charakterzeichnungen aus“, die dem Zuschauer schon durch die Inszenierungen von „Supergute Tage…“ und „Die Marquise von O…“ bekannt sein dürften. Polasek hat die Bühnenfassung selbst geschrieben und bleibt sehr dicht am Original. In einzelnen Schlaglichtern werden die Schlüsselszenen des Romans dargestellt. Aufgrund der Aktualität des Themas hat man auf eine historische Inszenierung verzichtet und zeigt eher zeitlose Kostüme, um die „Überzeitlichkeit“ des Problems zu verdeutlichen.

Im Bühnenbild arbeitet Polasek wie in ihren anderen Produktionen wieder mit der bildenden Künstlerin Stefanie Grau zusammen. Große, raumgreifende Installationen sind ihr Markenzeichen und so findet sich diesmal ein riesiges Horn auf der Bühne, welches auf assoziative Weise „Elemente verkörpert, die sich im Buch finden, beispielsweise die Weite Russlands oder die Enge der häuslichen Wohnung“, erklärt Dramaturg Hennicke. Helena Daehler hat die Bühnenmusik komponiert, die teilweise Elemente jiddischer Musik aufgreift.

In der Rolle des Mendel Singer ist der Kammerschauspieler Thomas Lichtenstein zu sehen, seine Frau Deborah wird von Caroline Nagel gespielt. Als Tochter Mirjam tritt Agnes Kammerer auf, die beiden älteren Söhne Schemarjah und Jonas werden von Rajko Geith und Yassin Trabelsi verkörpert. Sein Debüt am Oldenburgischen Staatstheater in der Rolle des jüngsten Sohnes Menuchim gibt Fabian Kulp.

Das Stück Hiob
feiert am Samstag, 22. April, um 20 Uhr Premiere im Kleinen Haus. Es sind noch Restkarten erhältlich. Weitere Aufführungen sind unter anderem am 29. April, 2. Mai, 17. Mai und 19. Mai jeweils um 20 Uhr.


  tickets.staatstheater.de 
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