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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Chorkonzert fordert hohe Konzentration

02.04.2019

Haarentor Wer bei zeitgenössischer Chormusik nicht aufpasst, der holt sich schnell Krach ins musikalische Haus. Da reiben sich dann vertrackte Formen aneinander, rangeln widerborstige Rhythmen miteinander und geistern renitente Dissonanzen herum. Svetlana Gelbard hat sehr gut aufgepasst. Chormusik vorwiegend des 21. Jahrhunderts hat sie mit ihrem Singverein Oldenburg erarbeitet. Das Programm vor beeindruckten Zuhörern in der Ohmsteder Kirche ist für diesen freien Konzertchor maßgeschneidert. Es spornt die 38 Sängerinnen und Sänger enorm an, überfordert sie aber auch nicht.

Arvo Pärt gibt im Großen die Richtung vor. Ein Drittel der Werke des Abends für Chor oder Orgel (Solistin Alina Kushniarova) stammen vom inzwischen wieder in Estland lebenden Verfechter einer neuen Einfachheit. Doch gerade in dieser Simplifizierung liegt auch Raffinesse. Pärts Musik geht in ihrer Ruhe, ihrer Behutsamkeit und auch ihren Pausen offenherzig auf die Sänger und Hörer zu, aber sie behält Rätselhaftes für sich. Die ebenso energische wie einfühlsame Dirigentin Gelbard hat diese Gesänge, vorwiegend auf liturgischen Texten basierend, so geschickt zusammengestellt, dass bei ruhigem Duktus sich stets Spannung aufbaut.

Das Oldenburger Gesangsensemble zählt zu den zehn ältesten Chören des Verbandes Deutscher Konzertchöre. Immer wieder haben seit 1821 neue Zeiten ihre Herausforderungen gestellt. An Neugier fehlt es auch heute nicht. „Wir arbeiten seit 2013 an dem Chorprojekt Die Brücken“, sagt Dirigentin Gelbard. „Wir suchen nach unbekannten Wegen, Musik aus mehreren Epochen, aus verschiedenen Ländern und von unterschiedlichen Komponisten zu verbinden und zu vergleichen.“ Zudem unterstützt der Singverein mit diesem Auftritt den Verein zur Förderung von Wahrnehmung und Bindung, der traumatisierten Menschen Musiktherapien ermöglicht.

Von Pärt (Salve regina, slawische Psalmen) spannt sich bei diesem Auftritt der Bogen zum Litauer Vytautas Myskinis (O sacrum convivium), dem Ungarn György Orban (Pater noster), dem Russen Alfred Schnittke (Geistliche Gesänge), dem Polen Josef Swider (eine bewegte Vertonung des 150. Psalms) und zum Amerikaner Eric Whitacre (Lux aurumque, Sleep). Gerade bei den großflächigen Ausbreitungen erweist sich die saubere Intonation des Chores in diesem reinen A-cappella-Programm als großes Plus.

Hinzu kommt, dass die Sängerinnen und Sänger über weite Bögen im Piano oder Mezzoforte Spannung halten und sich ohne Härten ins Forte aufschwingen können. Hohe Konzentration ist gefordert – beim Chor und auch beim Auditorium.


  www.singverein-ol.de 
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