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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Hals über Kopf in Zirkus verliebt

11.01.2017

Oldenburg „Vorhang auf, Manege frei“ – ein Auftritt im Zirkus bleibt für die meisten Menschen ein Kindheitstraum. Für Jeltje Thal hingegen gehört der Zirkus schon zum „Ferienalltag“.

Seit ihrem elften Lebensjahr schnuppert die Akrobatin regelmäßig in den Schulferien Zirkusluft im „Circus Fantastico“. Damals wollte sie nur eine Vorstellung in Ofenerdiek besuchen, war zu früh vor Ort und nutzte die Zeit, um selbst ein paar Flickflacks und Salti zu springen. Schaustellerfamilie Kaselowsky wurde sofort auf das Mädchen aufmerksam und sprach sie an – kurz darauf stand Jeltje in der Manege: allein, ohne Netz und doppelten Boden.

Seitdem besteht zwischen ihr und der Zirkusfamilie ein reger Austausch – per Whats­app, übers Handy oder eben persönlich. „Dieses Mal war es aber schon etwas ganz Besonderes, da ich erstmals in dem Weihnachtszirkus auftreten durfte und eine Gage bekommen habe“, erzählt die 14-Jährige, die als Mitglied der Oldenburger Showakrobatik-Gruppe „New Power Generation“ auch schon mit dem „Feuerwerk der Turnkunst“ bundesweit auf Tournee war.

Verknoten und verbiegen

Die Choreographie für ihre Solonummer in der Manege hatte Jeltje sich im Vorfeld selbst überlegt und einstudiert: fünf Minuten Spitzenakrobatik am Boden und an den Handstandstützen. Einarmige Handstände, Murmel, Fahne, Spagat und Salto – was für den normal-beweglichen Menschen nach Aushebelung sämtlicher physikalischer Gesetze aussieht, ist für die nordwestdeutsche Meisterin am Podest und Sportakrobatin auf Bundesebene nichts Ungewöhnliches: Sie kann sich nach Herzenslust verknoten und verbiegen.

Gleich am 1. Weihnachtstag holte der Zirkusdirektor Gino Kaselwosky Jeltje ab und fuhr mit ihr nach Dorsten in Nordrhein-Westfalen, wo der Familienzirkus in siebter Generation jedes Jahr zum Weihnachtszirkus einlädt. Für knapp zwei Wochen war Jeltje fester Bestandteil der Familie und Ensemblemitglied im Zirkus.

Einmal am Tag hieß es „Vorhang auf“: „Lampenfieber habe ich allerdings nicht mehr. Da sitzen ja auch keine Wettkampfrichter, die meine Leistung bewerten, sondern Familien, die sich einfach nur freuen. Da darf ich meiner Fantasie freien Lauf lassen“, freut sich die Gymnasiastin. Den Rest der Zeit verbrachte sie mit den Kaselowskys, passte auf den Nachwuchs auf, ging mit den Älteren ins Kino und steckte zwischendurch die Nase ins Lateinbuch. Silvester gab es eine Extravorführung – für die reiste der Rest der Familie Thal nach Dorsten. Anschließend wurde im Zirkuszelt ins neue Jahr gefeiert: „Das war wie bei mir Zuhause: Wir haben gegessen und geknallt“, erzählt Jeltje, für die Heimweh ein Fremdwort ist.

Träumen und trainieren

Inzwischen drückt sie wieder die Schulbank an der Cäcilienschule und freut sich auf den nächsten Besuch des „Circus Fantastico“ in Oldenburg – hoffentlich in den Sommerferien: „Spätestens wenn die Plakate hängen, weiß ich, dass es bald wieder losgeht“, sagt die 14-Jährige.

Auch wenn sich für Jeltje der Traum vieler Kinder und Erwachsener längst erfüllt hat, träumt sie weiter. Von einem Auftritt im weltberühmten „Cirque du Soleil“: „Das ist mein Ziel, da arbeite ich drauf hin“, sagt die Oldenburgerin.

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