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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Heidenwall beschäftigt die Experten

21.12.2007

OLDENBURG Die neue Ausgabe der vierteljährlich erscheinenden Berichte zur Denkmalpflege in Niedersachsen widmet ihre große Titelgeschichte dem Oldenburger Heidenwall. Denn der Sensationsfund wird hoch bewertet, birgt aber zugleich zahlreiche archäologische Rätsel.

„In den nächsten Jahren wird der Heidenwall ein wichtiges Forschungsthema sein“, ist Dr. Jana Esther Fries überzeugt. Die neue Gebietsreferentin des Landesamtes für Denkmalpflege sprach bei der Vorstellung des neuen Heftes am Donnerstag im Staatsarchiv von einem „Schmuckstück, einem Schatzkästchen“ von immensem Wert, das da geborgen worden sei. Die Expertin, die mit dem Burgenforscher Dr. Hans-Wilhelm Heine auch Autorin des Beitrags ist, äußerte sich begeistert über den Zustand der unglaublich gut erhaltenen Bauhölzer der Anlage aus dem 11. Jahrhundert.

Mit der Konservierung wurde begonnen. Von der weiteren wissenschaftlichen Arbeit werden wichtige Einsichten in die Stadt- und Landesgeschichte erwartet. Denn noch sind viele Fragen offen: Wie hingen die Burganlagen vor und in der Stadt zusammen? War es eine Burg der Billunger, der Stader Grafen, der Bremer Erzbischöfe oder war sie eine Reaktion auf die letzten Wikingereinfälle. Allerdings verfügte ihre reine Nutzfläche nur über einen Durchmesser von 26 Meter (Außendurchmesser 54 Meter). Schutz kann sie nicht sehr vielen Menschen geboten haben, so die Wissenschaftler.

Dennoch gehört der Heidenwall nach ihrer Überzeugung „zu den mächtigen Befestigungsanlagen seiner Zeit, de von einem bedeutenden Bauherrn erstellt worden sein muss, der entsprechende Macht, das Know-how und Wirtschaftspotenzial besessen hat“, so die Autoren. Erstellt wurde die Burg in monumentalen Holz-Erde-Befestigungen und einer ausgeklügelten Bautechnik.

In der kurzen Zeit, die zur Bearbeitung des Fundes zur Verfügung stand, wurde – unterstützt durch das Ausgrabungsunternehmen Arcontor – ein „Tortenstück“ der Anlage geborgen und ins Archäologische Landesmuseum Schleswig gebracht, wo es nun von Konservierungsexperten aufbereitet wird.

Eine spätere Präsentation der Ausgrabungsergebnisse könnte im Stadtmuseum stattfinden, so Kulturdezernent Martin Schumacher. Die Stadt hat sichergestellt, dass das Burgareal von der Bebauung ausgeschlossen wird. Die oberen Hölzer, die die Stadt verwahrt, werden zurzeit in mit Wasser gefüllten Containern gelagert. Sie sollen bald in einem Fluss oder See versenkt werden, um sie kostenlos konservieren zu können.

Ein Drittel der ringförmigen Anlage ist intensiv untersucht worden. Klar ist, dass große Mengen an Holz für die Burganlage benötigt und ganze Wälder dafür abgeholzt wurden. Dennoch sei mit viel Personal in wenigen Monaten eine solche Anlage aufschlagbar gewesen, so die Wissenschaftler. Der innere Ring ist – wie berichtet – 1032/33 entstanden, der äußere Ring – wohl zur nachträglichen Stabilisierung mitten im Moor – zehn Jahre später. Das Fälldatum ist exakt festzulegen.

Die Präsentation des aktuellen Heftes nutzte Landesarchäologe Dr. Henning Haßmann auch, um danke zu sagen. Die Stadt mit Tiefbauamt, Bauamt und Denkmalschützern habe es ermöglicht, „ohne die legitimen Interessen des Gewerbegebietes zu durchkreuzen, diese archäologisch so bedeutsame Struktur zu sichern“.

Karsten Röhr
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2110

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