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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Konzert: Heilige Messe erfüllt vom Temperament des Tango

26.09.2016

Oldenburg Schritt – Schritt – Wiegeschritt – Schritt – Seit – Ran! Es kribbelt in den Füßen, die Musik fordert zum Tanzen auf. In der überfüllten Garnison-Kirche hat das Vocalforum Oldenburg unter der Leitung Manfred Klinkebiels die Misa a Buenos Aires (Misa Tango) von Martín Palmeri aufgeführt und damit argentinisches Tanzfeeling nach Oldenburg gebracht. Heilige Messe und Tango – das klingt nach einer ganz eigensinnigen Verknüpfung: Auf der einen Seite die Tanzmusik, die ausgehend von den zwielichtigeren Ecken Buenos Aires’ die Welt erobert hat und erotische Leidenschaft ebenso thematisiert wie Trauer, Liebe und gesellschaftliche Zustände; auf der anderen Seite die christliche Liturgie.

Palmeris Vertonung des lateinischen Messetextes für gemischten Chor, Mezzosopran, Bandoneon, Klavier und Streichorchester verbindet argentinische Folklore mit europäischer Kunstmusik, satte Tango-Melancholie trifft auf spätbarocke Klangsprache und Form, synkopierter Tanzrhythmus auf sakralen Gestus. Ungewohnt ist die Verknüpfung von Chorklang und Genre, die gleichermaßen symbiotisch wie distanziert daherkommt. Daneben ist die Musik Palmeris reich an vielschichtiger Emotionalität und Dramatik, die der Chor unter Klinkebiels Dirigat solide und mit Begeisterung herausarbeitet. Die Camerata Instrumentale Oldenburg (Konzertmeister: Norbert Ternes) liefert zusammen mit Rocco Boness (Bandoneon), Christian Nau (Klavier), Gerardo Miranda (Violine) und Adan Mizrahi (Kontrabass) eine fein ausgewogene Begleitung und Stütze für die Sänger. Die Mezzosopranistin Jasmin Jablonski ist mit der ihr eigenen warmen Klangfülle eine Bereicherung.

Mit Kompositionen von José Dames, Astor Piazzolla, Carlos Gardel u. a. hatten Boness, Nau, Miranda und Mizrahi mit der Mezzosopranistin Annekatrin Kupke im ersten Teil des Konzerts auf die Klangwelt eingestimmt. Temperament, emotionale Aufladung, Dramatik, Melancholie und überschäumende Vitalität ziehen sich wie ein roter Faden durch den Abend. Nicht zuletzt aus dieser Vielgestaltigkeit ergibt sich die Stimmigkeit der Verknüpfung von Tango und sakraler Musik. Denn Tango ist viel mehr als leidenschaftlicher Tanz. Tango ist, um mit dem argentinischen Tänzer Carlos Matheos zu sprechen, „die Luft, das Leben, die Liebe oder die Trauer. Tango ist alles.“

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