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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Heimatsuche und Hausarrest

22.04.2016

Oldenburg Der erste Blick ins Publikum, der erste Applaus: Für die Schauspieler wird der Abend in vielerlei Hinsicht eine Premiere, denn sie sind Laien. Die meisten haben noch nie auf der Bühne gestanden.

Mit jeder neuen Spielzeit kommen Menschen in den Theaterclubs zusammen. Gemeinsam mit den Pädagoginnen des Staatstheaters erarbeiten sie Stücke. „Wir bringen Menschen zusammen, die sich sonst nicht treffen würden“, sagt Theaterpädagogin Sandra Rasch. Den Erwachsenenclub gebe es im vierten Jahr, der Mehrgenerationenclub sei neu hinzugekommen. Nach sieben Monaten Probe bringen die Teilnehmer nun ihre Stücke auf die Bühne.

In „Zwischen Schaukelpferd und Schaukelstuhl“ beschäftigt sich der Mehrgenerationenclub mit dem Thema Familie. „Das lag nahe bei Teilnehmern, die zwischen acht und 70 Jahre alt sind“, sagt Theaterpädagogin Lea Schreiber, die den Club gemeinsam mit Hanna Fendesack leitet. Am Anfang habe der Austausch zwischen den Teilnehmern gestanden. „Wir haben nach und nach typische Situationen herausgearbeitet.“ Eine Collage aus Szenen bilde Alltag, Konflikte und Gewohnheiten ab. Den Streit um das Ausräumen der Spülmaschine etwa, der sich in einer Endlosschleife fortspinnt. Oder die Familienfeier, die in Sprachlosigkeit mündet, weil sich das Geburtstagskind verspätet.

Entstanden ist eine Mischung aus fiktiven Szenen und Erfahrungen der Schauspieler.

Ähnlich geht der Erwachsenenclub unter Leitung von Sandra Rasch und Anne Hochartz vor. In „Von Kadmus nach Europa“ fragt er, was Heimat ist, thematisiert Flucht. Allerdings nicht auf die übliche Weise, so Sandra Rasch. Detaillierte Fluchtgeschichten und oft von Medien gezeigte Bilder würden ausgespart. Zu übersättigt seien die Menschen, um noch berührt zu werden. „Manchmal sind Leerstellen berührender.“

Stattdessen verweben die syrischen und deutschen Schauspieler Texte des arabischen Dichters Mahmoud Darwisch, eigene Erzählungen und Musik zu einer Collage. Gemeinsamkeiten wie das Teetrinken kommen dabei zu Tage, aber auch Persönliches. „Eine Teilnehmerin erzählte, dass sie heute in der Schule unterrichtet, in die ihr Vater nach der Flucht aus Oberschlesien Schüler war“, so Rasch. Es gehe auch um die Menschen und ihre Identität. Die Schauspieler öffneten sich dem Publikum. „Das ist eine Herausforderung für alle.“

Die Premieren finden nacheinander am 23. April ab 18 Uhr statt. Sie seien offiziell ausverkauft, allerdings gebe es an der Abendkasse noch die Chance auf nicht abgeholte Restkarten. Für die zweite und letzte Vorstellung beider Stücke am Sonntag ab 16 Uhr gibt es noch Karten im freien Verkauf.

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