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Aktualisiert vor 12 Minuten.

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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Himmel mit hellen Klangsalven verziert

03.07.2017

Oldenburg Dritter Kultursommer-Abend, dritter Regenabend – doch das Wetter war am Freitag nur noch lästiges Beiwerk und mithin egal. Den am Ende wohl 2000 Zuschauern war die Musik wichtiger, und davon bekamen sie reichlich: Zunächst Lokalmatadorin Anica Russo, dann die englische Independent-Institution Turin Brakes ließen alle „Regenschirme tanzen“, wie Gitarrist Gale Paridjanian erstaunt feststellte.

Überhaupt war das Erstaunen auf der Bühne groß. Schon Anica Russo war verblüfft, wie viele Leute sie auf dem Schlossplatz hören wollten. Enttäuscht wurden sie nicht, denn die 16-jährige Oldenburgerin hatte eine zehnköpfige Band zur Unterstützung mitgebracht. „Anica Russo & die Russen“ nutzten ihre gebündelte musikalische Kraft, um das Liedermacher-Schema der Sängerin zu verlassen und sich quer durch die Popgeschichte zu spielen. Anica, seit Beginn ihrer Karriere mit großer Bühnenpräsenz gesegnet, sang sich durch vom „Summer in the city“ (1966, Lovin‘ Spoonful) über „Roxanne“ (1978, Police) bis hin zu aktuellem eigenen Material (z.B. „Lucky“). 45 Minuten mit wenigen Wacklern, aber großem Unterhaltungswert – Anica Russo hatte ihre Kultursommer-Premiere genutzt, um auf sich aufmerksam zu machen.

Turin Brakes sind da nach 18 Jahren auf den Bühnen dieser Welt naturgemäß schon weiter. Ihr hymnischer Folk-Pop ist längst stilbildend für viele junge Künstler, die mit der ersten Turin-CD „The Optimist“ (2001) groß geworden sind. Einzigartig ist die Band um die Gründer Olly Knights und Gale Paridjanian (beide Gesang und Gitarren) dennoch geblieben, ihre zahlreichen Fans wissen das zu schätzen.

Der knapp 90-minütige Auftritt auf dem Schlossplatz bewies das. Ausschweifend schöne, fast schon psychedelische Songs wie „Black Rabbit“ oder funkelnde Perlen wie „Long distance“, Rockiges a la „Underdog (save me)“ oder Fröhliches wie „Pain killer (summer rain)“, das den dunklen Himmel mit hellen Klangsalven verzierte, wurden von vielen Fans komplett mitgesungen und -getanzt.

Dass das im Grundsatz eher zurückgelehnte und ruhige Liedgut des einstigen Folk-Duos inzwischen auch die Füße wippen lässt, liegt am Rest der Band. Bassist Eddie Myer und Schlagzeuger Rob Allum geben der Zartheit von Knights‘ Kompositionen erst den Druck, der für ein Freiluft-Festival unerlässlich ist, damit sie funktionieren.

Auf dem Schlossplatz funktionierten Turin Brakes und ihre Songs grandios. Folge: Es interessierte niemanden, dass die Anwesenden nach dem letzten Akkord doch gut eingeweicht waren vom nimmermüden Regen. Große Musik schlug großes Wasser.

Klaus Fricke

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