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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Hit-Piraten entern Oldenburg

30.11.2015

Oldenburg Meeresrauschen und Möwenschreie dringen aus den Lautsprecherboxen, Wellen schlagen an den Bug, der Wind tost. Ein Nebelhorn ertönt, die Schiffsglocke läutet – und dann heißt es „Leinen los“: Der Vorhang fällt und gibt den Blick auf ein beeindruckendes Bühnenbild frei: Links und rechts flankieren zwei Drachenköpfe das Bühnenschiff, auf dem sich die sieben Shantyrocker von Santiano austoben. Die Band aus Schleswig-Holstein, die mit allen drei bisher veröffentlichten Alben an die Spitze der Verkaufscharts gesegelt ist, geht auf Kaperfahrt. Die Nordmänner entern am Freitagabend die ausverkaufte große EWE-Arena im Sturm, 5000 Landratten gehen bereitwillig mit an Bord.

Pyrotechnik in allen Variationen, Nebelschwaden, Konfettiregen und riesige Luftballons, die über der Menge tanzen: Santiano zieht alle Register. Schon bei den Auftaktnummern schwappen Wellen der Begeisterung durch die Halle.

Kein Dosen-Labskaus

In der Seemannslieder-Hit-Kombüse von Santiano werden Texte von der rauen See und der Freiheit auf dem Meer mit großen Zutaten aus Rock und Irish Folk sowie einer kleinen Prise Volksmusik gemixt. Vor allem sind es echte Typen, die da am Freitag die EWE-Arena rocken. Sie wirken authentisch, nicht wie Dosen-Labskaus. Vorneweg Bassist und Sänger Björn Both (50), charismatischer Glatzkopf mit rauer Stimme. Daneben Gitarrist und Sänger Hans-Timm Hinrichsen (50), genannt Timsen, mit zotteliger Mähne. Der gebürtige Engländer Pete Sage, mit 66 das älteste Crew-Mitglied, kann mit seinem Geigenspiel sogar Möwenlaute imitieren. Sänger und Perkussionist Axel Stosberg (48) steht sonst beim Ohnsorg-Theater auf der Bühne. Auf der Tournee mit an Deck sind Dirk Schlag (Gitarre), Arne Wiegand (Akkordeon und Keyboards) und Marco Müller (Schlagzeug).

Frontmann Björn Both nutzt die kurzen Pausen zwischen den Songs nicht nur für Seemannsgarn, sondern schlägt auch ernste Töne an: Bei „Frei wie der Wind“ geißelt er die Terroranschläge von Paris: „Wir lassen uns unsere Idee von Freiheit nicht kaputt machen.“ Einen „Verrat an Freiheit“ würden aber auch diejenigen begehen, die jetzt denen nachliefen, die „alles über einen Kamm scheren“. Both wirbt für Toleranz: „Ganz egal, welcher Gott – Hauptsache Seemann“.

Die Heimat teilen

Als erste Zugabe spielen und singen Santiano – auf Barhockern – Knut Kiesewetters „Fresenhof“, natürlich auf Plattdeutsch, was in der Hochburg Oldenburg besonders gut ankommt. Es folgen vier weitere Extra-Stücke, ehe der Konzertabend mit einer Liebeserklärung an die Heimat („Hoch im Norden“) in ein Lichtermeer mündet und sein frenetisch umjubeltes Ende findet. Nicht ohne mahnende Worte von Both: „Wer so eine Heimat hat, ist stark genug, sie zu teilen.“

Nach gut zwei Stunden lassen Santiano ihre 5000 Fans wieder an Land – und die sind restlos begeistert: „Das war so was von genial. Nicht mehr zu toppen“, schwärmt Doris Hilberger. Die 52-Jährige gehört dem 1. offiziellen Santiano-Fanclub an und ist extra aus Marburg angereist. Am Sonnabend folgte ein Fanclub-Treffen im „Phönix“ – dort hat sie dann Kristin Stajkowski aus Rastede wiedergetroffen. Die 33-Jährige findet den Auftritt „überragend“ und ist einfach „froh, dabei gewesen zu sein“.

Auch die Band selber ist glücklich mit dem Gastspiel in Oldenburg: „Es war der Hammer, sehr warm und herzlich. Danke Oldenburg für diesen tollen Abend“, schreibt Björn Both am Tag danach in sein Online-Logbuch. Am Dienstag, 1. März 2016, nehmen er und seine Crew übrigens erneut Kurs auf Oldenburg – dann gibt es ein Zusatzkonzert in der großen EWE-Arena.


Mehr Bilder unter   www.nwzonline.de/fotos-oldenburg 
Stephan Onnen
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2114

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