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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Hof als Zentrum der Künste

20.05.2016

Oldenburg Christine von Schweden ist seit ihrer Kindheit dazu erzogen, zu herrschen. Als ihr Vater im Dreißigjährigen Krieg fällt, wird sie Königin. Sie macht den Hof zum Zentrum der schönen Künste, kümmert sich nicht um Konventionen. Gleichzeitig lässt sie ihr Volk leiden. Komponist Jacopo Foroni inszeniert die historische Herrscherin als klug, aber auch kalt. Mit der Uraufführung 1849 in Stockholm landete er einen Erfolg. „Er wurde als möglicher Nachfolger Verdis gefeiert, starb aber früh an Cholera“, sagt Dramaturgin Annabelle Köhler. „Sein Werk geriet in Vergessenheit.“ Bis zu seiner internationalen Wiederentdeckung 2013 beim Wexford-Festival. Das Staatstheater zeigt nun die Deutsche Erstaufführung.

Für seine erste Inszenierung in Oldenburg setzte Regisseur Michael Sturm sich mit den Brüchen Christines auseinander: „Sie ist keine Visionärin, sondern ein verzogenes Kind, eine Despotin.“ Foroni beschreibe eine willkürliche Herrscherin und einen Machtmenschen. „Aber das wird geerdet durch die tragische, menschliche Seite.“ Denn sie sei auch jemand, der mit Zwängen und der Last seiner Ahnen kämpft. Jemand, der oft einsam sei. „Sie kann alles haben, nur die Erfüllung in der Liebe nicht.“

Foronis Christine von Schweden ist eine allmächtige und zugleich eingeengte Frau. Das spiegelt Sturm über den Bühnenraum. Er macht sie einerseits zu einem Machtraum, in dem zwar die Herrscherin auf ihrem Thron regiert. An den royalblauen Wänden über ihr hängt aber die Ahnengalerie. „Ihre Vorgänger sitzen ihr buchstäblich im Nacken“, so Köhler. „Ihr Erbe engt sie von allen Seiten ein.“ Andererseits schafft Sturm mittels eines Podests einen intimen Raum für die menschliche Seite der Königin. „Das ist ihr Seelenraum, in dem sie mit sich allein ist“, sagt er.

Inmitten dieser Widersprüche spiele sie politische Machtspiele und mischt mit in Intrigen um Liebe und Eifersucht. „Sie tanzt und lässt tanzen.“ Schließlich werden Volk und Umgebung ihrer überdrüssig. Christine von Schweden verliert die Kontrolle, dankt ab. Ist das die Aufgabe? Nein, ein Ausdruck von Freiheit, meint Annabelle Köhler. Michael Sturm sieht das ähnlich: „Es ist ein Akt der Stärke, die komplette Rollenverweigerung einer Unangepassten.“ Die Geschichte der Christine von Schweden wird auf Italienisch mit deutschen Übertiteln erzählt. Für die deutsche Erstaufführung an diesem Sonnabend im Großen Haus des Staatstheaters gibt es noch Restkarten. Auch für die folgenden Vorstellungen sind noch Karten verfügbar. Die weiteren Termine sind: 27. und 31. Mai, 11., 14., 19. und 22. Juni.

Die Oper„Cristina, Regina di Svezia“ feiert an diesem Sonnabend Premiere. Beginn ist um 19.30 Uhr.

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