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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Idee der perfekten Arschbombe

10.11.2015

Oldenburg Jugendliche sind immer auf der Suche – nach der eigenen Identität, ihrem Platz in der Welt, dem günstigesten Handy-Tarif. Das gilt auch für Jan und seine Freunde. In ihrem Fall ist es die Suche nach der perfekten Arschbombe. „Dahlenberger“ heißt das Schwimmbad, in dem sie quasi um ihr Leben springen, und so heißt auch der Roman von Florian Wacker, dem diesjährigen Gewinner des Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreises.

Am Montagabend wurde dem 35-Jährigen aus Frankfurt am Main der mit 7600 Euro dotierte Preis – er zählt zu den bundesweit höchstdotierten Auszeichnungen für Kinder- und Jugendliteratur – von Oberbürgermeister Jürgen Krogmann (SPD) im Stadtmuseum überreicht. Von der fünfköpfigen Jury wurde Wackers Roman unter 244 Einsendungen ausgewählt, darunter 150 Manuskripte und 94 bereits verlegte Werke.

Einen thematischen Schwerpunkt konnte Jury-Mitglied Dr. Christian Bittner, Förderschullehrer aus Bochum, in diesem Jahr nicht ausmachen: „bunt gemischt“. Aber wieder sei kein Bilderbuch dabei gewesen, sagt er.

Es rauscht und klingt – Multimediale Zeitreise durch 40 Jahre Kibum

Zu den Nominierten gehörten neben Wacker die 16-jährige Juliette Favre („Fuckfisch“, Punktum Bücher, Hamburg) aus Dresden, die Jüngste, die je für den Kibum-Preis nominiert wurde, und die gebürtige Iranerin Mehrnousch Zaeri-Esfahani („Mond­mädchen“) aus Karlsruhe. Alle drei haben bereits einen Verlag (ebenso wie Lara Schützsack, Preisträgerin von 2014). Vor allem kleinere, neuere Verlage haben sich an die Bücher der Nachwuchsautoren herangewagt.

„Mondmädchen“ war als Manuskript eingereicht worden, ist im Oktober im Ute Fuchs Verlag (Helmstadt-Bargen) erschienen und kommt im Januar zusammen mit einem weiteren Buch der Autorin noch einmal heraus – diesmal beim großen Münchner Knesebeck Verlag. „Allein durch die Nominierung für den Kibum-Preis“, erzählt Mehrnousch Zaeri-Esfahani.

Ausgangspunkt für Florian Wackers Debütroman „Dahlenberger“ (Verlagshaus Jacoby & Stuart, 220 Seiten, 16,95 Euro) war eine zehnseitige Kurzgeschichte, wie der 35-Jährige erzählt, die sich zu etwas Größerem auswuchs. Aber nie sei er auf die Idee gekommen, ein Kinder- und Jugendbuch zu schreiben.

„Dahlenberger“ ist tatsächlich ein Roman, der in der Buchhandlung genausogut einen Platz in der Abteilung für Erwachsne finden könnte, geschrieben in einem unaufgeregten Stil, in kurzen, knappen Sätzen. Er spielt in der Gegenwart, im kleinen Dorf Dahlenberg, das kaum mehr als ein Freibad zu bieten hat. Eben das Dahlenberger, in dem sich der Ich-Erzähler mit seinen Freunden trifft. Dort probt die Gruppe 16-Jähriger bei 33 Grad im Schatten täglich den perfekten Sprung vom Einmeterbrett, das nicht hoch genug ist und schon bessere Tage gesehen hat.

Sie fantasieren vom doppelten Salto, doch der scheint unerreichbar, „so wie vieles in dem kleinstädtischen Leben zwischen Gestrandeten und Gescheiterten“, so Jury-Mitglied Robert Elstner, der „Dahlenberger“ als „außergewöhnlichen Coming-of-Age-Roman“ bezeichnet.

Plötzlich taucht ein mysteriöser Junge auf, setzt den perfekten Sprung ins Becken und verschwindet wieder. Danach ist nichts mehr, wie es war.

Das dürfte auch für Florian Wacker zutreffen. Mit dem Kibum-Preis begann schon oft eine neue Zeitrechnung im Leben eines Autors.

Regina Jerichow Redakteurin (Ltg.) / Kulturredaktion
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