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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Oldenburger Repair-Café macht Altes flott

12.01.2015

Oldenburg Gibt der Toaster den Geist auf, kommt er in der Regel auf den Müll – nicht aber beim Repair-Café. Immer am ersten Sonnabend des Monats wird alles, was zu retten ist, wieder fit gemacht. Doch in den Proberäumen des Staatstheaters an der Baumgartenstraße wird auf drei Etagen nicht nur genäht und gelötet. Studierende der Universität und Schauspieler vom Staatstheater bieten ein Rahmenprogramm, das Konsumverhalten kritisch beleuchten soll.

Die Kulisse wirkt ein wenig baufällig. Der Putz bröckelt hier und dort von den Wänden und legt vertikal laufende Rohre frei, an einigen Ecken blättert eine orangefarbene Retro-Tapete von der Wand. Passender könnte der Veranstaltungsort des Repair-Cafés als Gegenentwurf zur Wegwerfgesellschaft nicht sein.

„Der Hinterreifen hat Luft verloren. Jetzt ist er ganz platt“, schildert Lara dem Fahrradmechaniker Thomas, als sie ihr schwarzes Hollandrad in seiner provisorischen Werkstatt abstellt. Der Fachmann prüft, woher der Luftverlust rührt und stellt das Rad auf den Kopf.

Dann öffnet er den Kettenkasten und baut den Reifen aus. Die 25-Jährige schaut ihm dabei über die Schulter. Nachdem das Loch gefunden ist, greift Thomas zum Flickwerkzeug. Nun ist Lara an der Reihe und verschließt den kaum sichtbaren Riss unter fachkundiger Anleitung. Wenige Minuten später kann ihr Fahrrad wieder zusammengesetzt werden.

Dass jeder mal selbst den Schraubenzieher betätigen darf, gehört zum Konzept des Repair-Cafés. „Man soll sich in Selbstwirksamkeit üben und lernen, den Toaster auch mal eigenständig zu reparieren“, sagt Mitorganisatorin Viola Fetz. Bereits kurz nach Eröffnung um 14 Uhr tummeln sich die Besucher auf allen Etagen. Die Veranstaltung sei ein Publikumsmagnet, erzählt Fetz. Das ehrenamtliche Netzwerk umfasse derzeit rund 60 Reparateure.

Erstmals öffneten die Studierenden Miriam Neumann, Nina Gmeinder und Marcel Hackler im zweiten Obergeschoss ihr „Museum des Konsumwahns“. Bei den Exponaten handelt es sich um unnütze Haushaltshelfer. „Wir wollen zum Nachdenken über das Kaufverhalten anregen“, erzählt Miriam Neumann. Kopfschüttelnd steht Irmgard Gerlach vor einem ausgestellten „Spaghetti-Portionierer“. „Also 200 Gramm kann ich so abschätzen, das lernt man mit der Zeit“, sagt sie mit einem Lächeln.

Währenddessen nimmt Schauspieler Pirmin Sedlmeir vom Staatstheater nebenan ausrangierte Sachen von Besuchern entgegen. Auf humorvolle Weise wird beim „Amt für materielle Abrüstung“ nach einem neuen Verwendungszweck gesucht. „Kann man die noch mal tragen?“, fragt Maren Hesse Ehemann Alexander verunsichert. Doch schließlich wandert die kaum getragene Jacke noch zum Tauschtisch – und vielleicht findet sie sogar einen neuen Besitzer.

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