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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

In ungewohnte Töne „einfach reinfallen lassen“

15.06.2010

OLDENBURG Bei Beethoven geht das nicht mehr. Auch Schumann und Schönberg sind verhindert. Aber zu anderen Komponisten hat Eckart Beinke jederzeit einen Draht. „Man muss sie manchmal anrufen und nachfragen, wie sie sich das gedacht haben“, sagt der Leiter des oh-ton-Ensembles. Die Tonsetzer, die gern antworten, heißen dann Bernd Thewes oder Alexander Stankowski. Manchmal auch Eckart Beinke selbst. Jedenfalls stehen sie im Programm für das Konzert „Von Wint-Mühlen“ am kommenden Mittwoch (16. Juni, 20 Uhr) im Kleinen Haus des Staatstheaters.

Als „ein bisschen gewagt“ bewertet der Oldenburger Leiter des namhaften Ensembles das Unterfangen, mit Neuer und Neuester Musik einen Raum von über 300 Plätzen passabel füllen zu wollen. Musik der Zeit hat dank unermüdlicher Lobbyarbeit, griffigen Förderprogrammen und überrumpelnden Ideen zwar ihr Nischendasein aufgegeben. Aber bis sie Massen elektrisiert, wird es dauern. So erschließen sich die Oldenburger ihr Hörerpotenzial gern in Schulen. Diesmal hat oh-ton die Liebfrauenschule beteiligt.

Beinke sieht das Problem, „dass Nicht-Insider meinen, sie müssten die Kompositionen unbedingt verstehen“. Nichts da! Man solle die Klänge, Rhythmen, Akkorde, Läufe, Geräusche oder wundersamen Töne nicht mit dem Kopf verfolgen. „Offen hören und reinfallen lassen“, lautet seine Anweisung für Hörer. Da wird dann manche Anweisung für die Spieler auch klar, erschließt sich optisch, was hinter „sul ponticello“ steckt, oder „hintersul tasto“. Also: Dicht am Steg oder auf dem Griffbrett streichen. Es kann auch mal „starker Druck mit leichtem Kratzgeräusch“ verlangt werden. Vielleicht schärfen sich auch ungeübte Ohren allmählich so, dass sie Abweichungen von Achteltönen einordnen.

Sehr sensibel, von außerhalb der Hörgrenze, schiebt sich in „Über Grenzen“ der in Bremen lebenden Kasachin Jarmilia Jazylbekova die Musik herein. In der Probe kann es sich Geiger Ekkehard Windrich noch leisten, zwei Minuten an einem Mikrointervall zu tüfteln. Wo schwebt es am schönsten? Vielfältigste Klangfarben kennzeichnen den ersten Satz. Die Gegenwelt formiert sich im zweiten mit einer enorm verdichteten Musik.

Der Herausforderung stellen sich am Mittwoch neben Geiger Windrich noch Trompeter Paul Hübner, Schlagzeuger Michael Pattmann, Akkordeonspielerin Margit Kern und Bassist John Eckhardt. Wie ihr Konzert zu seinem Titel kommt? „Wint-Mühlen ist ein Begriff zu verschiedenen Blasinstrumenten“, erläutert Beinke. Was auf der Trompete geht, zeigt Paul Hübner in zwei hochvirtuosen Solostücken von Marc Andre und Aaron Cassidy. Hat jemand Fragen an diese Komponisten?

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PFL | Liebfrauenschule