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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Klassik: Inspiriert von Klangwelten aus sechs Jahrhunderten

22.05.2017

Oldenburg Punctus contra punctum, Note gegen Note – oder einfach: der Kontrapunkt, wichtigste Kompositionstechnik in der Musik der Renaissance und des Barock.

„Kontrapunkte“ lautet jenes Programm, das das Ensemble Horizonte zusammen mit Kantor Johannes von Hoff (Orgel) im Komponisten-Kolloqium der Carl von Ossietzky Universität in der Ansgari-Kirche präsentierte.

Im übertragenen Sinne möchte das Ensemble Horizonte den Begriff „Kontrapunkt“ verstanden wissen. Historische Musik aus zeitgenössischer Perspektive betrachten und die ungebrochene Faszination von Kompositionen vergangener Jahrhunderte auf Künstler der Gegenwart aufzeigen – das ist ein wesentliches Anliegen der Musiker, wie Leiter Jörg-Peter Mittmann einführend erklärt.

Reminiszenzen an Vergangenes finden sich denn auch gleich in Mittmanns Komposition „Tenebrae“ (2005) für Oboe und Streicher, indem Material aus Brahms´ 3. Sinfonie wie durch gesprungenes Glas betrachtet wird; weg mit Kantabilität und harmonischer Orientierung, dafür in besonderem Maße Steigerung von rhythmischer und virtuoser Expressivität in der Oboe, die gleichzeitig Brahms’scher Elegie nachspürt.

Aus der zeitlich anderen Richtung erklingen Orgelwerke wie Estampie aus dem Robertsbridge Codex (um 1360 entstanden) sowie die Toccata settima von Michelangelo Rossi (1600–1656) erstaunlich modern. Spiegeln die parallelen Quinten im Estampie unvermeidlich die Klangwelt des 14. Jahrhunderts wider, erinnern sie in ihren Dissonanzen zugleich an zeitgenössische Kompositionen. Nicht weniger zeitgemäß scheinen Rossis harmonische Griffe sowie die technischen Auslassungen in seiner Toccata settima, mit denen von Hoff mühelos beeindruckt. Unter Anwesenheit der Komponisten erklangen zudem Charlotte Seithers „Alleanza d’archi“ und Rami Chahins „The Flowers Sermonize Their Sadness“.

Umfangreichstes Werk war George Crumbs zitatreiches „Black Angels“ für elektrisches Streichquartett. Die Verstärkung der Streicher macht den Klangeindruck in den 13 komponierten Bildern surreal. Mit Anleihen Alter Musik, Gongschlägen, Einsatz von Stimme und gestrichenen wie geschlagenen Gläsern erzeugt Crump düstere Dramatik.

So divers die Musikstücke an diesem Abend auch sind – am Ende geht der Plan auf: Kontrapunktisch, doch nicht als bloßes Gegeneinander, greifen die Klangwelten von über sechs Jahrhunderten hier ineinander.

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