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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Irre Angstmacher werden beim Casting bevorzugt

14.08.2015

Oldenburg Gesundheitsrisiken. Einlassbeschränkungen. Dazu Warnungen vor „intensiven Tönen, extrem geringen Sichtverhältnissen, engen Gängen, strengen Gerüchen“. All das klingt nach einem schönen Abend unter Freunden. Zumindest für Daniel und Dennis Flowers – zwei eigentlich grundcharmante Brüder aus Oldenburg. In ihrer Freizeit aber verwandeln sich der Student für Luft- und Raumfahrttechnik und der Führungskräfteberater beim Arbeitsamt in hässliche Zombies, irre Erschrecker oder blutüberströmte Metzger. Und ihren Keller in blanken Horror. „Zum Spaß“, wie Daniel sagt.

Darüber gibt es ja durchaus unterschiedliche Vorstellungen. 750 Menschen können aber offenbar nicht irren – so viele Gäste schauten sich im vergangenen Jahr das privat initiierte Gruselkabinett der beiden Flowers-Brüder in der Tanzschule Dance Art Company an. Im Jahr zuvor waren es bloß 200. Bleibt es nun also bei dieser Steigerungsrate, ist eine Expansion nur logisch. „Deshalb legen wir noch einmal nach“, sagt Daniel Flowers. Bedeutet: Zur dritten Auflage wird die Grusel-Fläche auf 180 Quadratmeter erweitert, die Horror-Nächte zudem auf vier Tage verlängert. Das ist möglich, weil Dennis’ Freundin Inhaberin der Tanzschule ist – und offenbar selbst ein klitzekleines bisschen angstliebend.

Intensiver und härter

Denn auch fürs Casting semiprofessioneller „Erschrecker“, wie Daniel seine blutigen Statisten nennt, stellt sie an diesem Sonntag ihre Räumlichkeiten zur Verfügung. „Wir suchen Menschen egal welchen Alters, die mal aus sich herauskommen wollen“, sagt er. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Denn Blut und Maskerade sollten sie ja auch mögen. Und gehässig sein. Ihre einzige Aufgabe: Menschen erschrecken. Auf böseste und hinterhältigste Art und Weise. Schließlich werden diese Ende Oktober ja auch einen Obolus dafür zahlen, dass ihr Puls nach dem Besuch der Horrorhalle „wie ein Specht“ hämmert. „95 Prozent aller Besucher wissen, worauf sie sich da einlassen – erst haben sie angstverzerrte Gesichter, aber schon eine Sekunde später lachen sie laut“, versucht Daniel deren Motivation zu erklären. Die „Erschrecker“ indes erhalten „unfassbar viel Spaß“. 25 von ihnen wähnen die Flowers bereits im festen Team, weitere sollen nun über das Casting eingebunden werden.

Vorteil von Menschen gegenüber Geisterpuppen auf dem Jahrmarkt: „Das Erlebnis ist für beide Seiten viel intensiver, aber natürlich auch um einiges härter.“

Mit Horrorgeschichten haben die Veranstalter selbst eigentlich nie etwas zu tun gehabt. „Dann hat mein Bruder einmal eine private Halloween-Feier mit Freunden veranstaltet – na, und das hat sich dann Jahr für Jahr aufgebaut.“ So weit, dass Dennis und seine Freundin, aber auch noch einige weitere Mitstreiter, nun schräge Masken und Kostüme gestalten, offene Wunden, Narben und andere medizinische Absurditäten schminken.

Kleine Horrorlandschaft

Kulissen werden übers ganze Jahr vorbereitet – gesägt, gestrichen, geschraubt. „Alles in unserer Freizeit“, so Daniel. All die Bauten werden dann eine Woche vor der „Scream Night“ zusammengetragen – zu einer vergleichsweise kleinen Horrorlandschaft, die aber „jeden Quadratzentimeter voll ausnutzt“. Wer schließlich durch die Hölle gehen möchte, benötigt zwischen fünf und fünfzehn Minuten. Je nach Nervenstärke und Fluchttempo.

Was diesmal die Besucher an den letzten beiden Oktoberwochenenden in der Tanzschule an der Emsstraße erwartet, wird nicht verraten. Wer es aber wissen möchte, kann sich ja als „Erschrecker“ bewerben. Das Casting findet am Sonntag, 16. August, in der Dance Art Company an der Emsstraße 8/ Weserstraße, Haus 1 ab 12 Uhr statt.