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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Hochzeitsmesse In Oldenburg: Ja-Markt der Verliebtheiten

20.01.2016
NWZonline.de NWZonline 2016-01-20T18:05:18Z 280 158

Hochzeitsmesse In Oldenburg:
Ja-Markt der Verliebtheiten

Oldenburg Eine schöne Vorstellung: Verliebte balancieren gemeinsam über Drahtseile, Eheleute jonglieren sich durch das Leben. Sonja Hobbie, Projektleiterin der Hochzeitsmesse, hat diesen Gedanken für die 24. Auflage des Ja-Marktes, der am 23. und 24. Januar in der Weser-Ems-Halle stattfindet, aufgegriffen. „Hochzeitszirkus – bunt und unvergesslich“ lautet das diesjährige Motto, das sie gemeinsam mit ihrem Kollegen Sven Möhlmann kreiert hat.

Im Kern, sagt Hobbie, ähneln sich Hochzeiten durchaus: „Doch im Detail, da lassen Brautpaare heutzutage ihrer Individualität freien Lauf.“ Ein Grund dafür: Die Brautpaare sind älter als früher. Beim Ja-Wort sind die Männer im Schnitt 33,6 Jahre, die Frauen knapp 31 Jahre – und damit jeweils fünf Jahre älter als noch Anfang der 1990er. „Sie stehen mitten im Leben und wissen, was ihnen gefällt“, sagt Möhlmann. „Und diese persönlichen Vorlieben bringen sie in ihre Hochzeit ein, um sie zu etwas Besonderem zu machen.“ Ein Trend, den die Messe-Macher gerne aufgreifen.

Bonbons mit Namen

Zu den Messe-Ausstellern, bei denen Paare auf der Suche nach dem gewissen Etwas fündig werden können, zählt Florian Belgard. Er wird am Stand seiner Ciuciu Bonbonmanufaktur zeigen, wie das Naschwerk der Hochzeit eine persönliche Note verleihen kann. Im Hallen-Foyer wird er Zucker bei 160 Grad zum Kochen bringen, auf Granitplatten auftragen, aromatisieren und einfärben – so wie in seiner im vergangenen Jahr in der Innenstadt eröffneten Manufaktur. „Wir fertigen von Hand Bonbons mit den Namen der Brautleute und in den Farben der Tisch-Deko“, erklärt Belgard, der auch zu roten Rosen geformte Lutscher im süßen Repertoire hat. Der zweistündige Produktionsprozess eigne sich zum Mitmachen – zum Beispiel für Junggesellinnen-Abschiede, bei denen die Teilnehmerinnen eifrig Bonbons für die Feier verzieren können. „Dazu gibt es dann das eine oder andere Gläschen Prosecco – und die Stimmung ist riesig“, weiß Belgard.

Neue Masche: Häkelkleid

Für erstaunte und bewundernde Blicke wird auf der Hochzeitsmesse auch Gloria-Sophie Wille sorgen – denn sie häkelt Brautkleider. „Häufig ist es ja so, dass sich die Braut dem Kleid anpasst, indem sie vor dem Ja-Wort noch rasch einige Kilo abnimmt“, sagt sie. Bei ihr sei es anders. „Mir ist sehr wichtig, gemeinsam mit der Braut ein Traum-Kleid zu entwickeln, das sich ihr anpasst“, sagt die 28-Jährige. Wille lässt sich dabei gerne von der „Geschichte“ der Braut oder deren Lieblingslied inspirieren.

Gloria-Sophie Wille hat in Oldenburg Soziologie und Politik studiert. Für die Teilnahme an der Messe ist sie aus Nantes, wo sie ihr Geld zuletzt mit Kinderhüten, Putzen und ein bisschen Musik verdient hatte, zurück nach Deutschland gezogen. Die Messe ist ihr erster Schritt auf dem Weg in die Selbstständigkeit als Häkelmode-Designerin. Sie stammt aus einer „Häkel-affinen“ Familie. Ihre in Teenager-Zeiten vorübergehend verloren gegangene Leidenschaft für Luftmaschenketten entdeckte sie im Jahr 2010 bei Reisen durch Swasiland an einem Häkelmützen-Stand wieder.

Trotz der Handarbeit heben sich ihre Kreationen preislich nicht von klassischen Brautkleidern ab. Sie reichen von 400 bis gut 3000 Euro. Welche Designs sich mit der Häkelnadel zaubern lassen, sehen die Zuschauer bei einer neunminütigen Modenschau, für die sich Wille eigens eine Choreographie ausgedacht hat. Genau hinschauen sollten insbesondere jene Paare, denen Natürlichkeit und Nachhaltigkeit am Herzen liegen. „Die Kleider sind zu 100 Prozent aus Baumwolle und können nach der Hochzeit gefärbt und als normale Abendkleider angezogen werden“, erläutert sie. Das sei doch schöner, als sie nach einmaligem Tragen auf dem Schrank verstauben zu lassen.

Auf der Hochzeitsmesse können die Besucher auch Aussteller entdecken, auf deren Angebot sie sonst vielleicht nie gestoßen wären. Ein Beispiel dafür ist Maud Godefrey-Stein und ihr „Georgina’s Vintage Porzellan Verleih“ (Papenburg). Die gebürtige Engländerin sammelt altenglisches Porzellan, das teils 100 Jahre alt ist.

Altenglisches Porzellan

Mittlerweile besitzt und verleiht sie mehr als 200 Trios, wie die Kombination aus Untertasse, Tasse und Kuchenteller im Fachjargon heißt. „Alle sehen verschieden aus, was zu einer wunderbar bunten Kaffeetafel führt“, sagt Godefrey-Stein. In England existiere derzeit eine wahre Vintage-Geschirr-Bewegung, und auch hierzulande gebe es immer mehr Liebhaber – was die Sammlerin nicht verwundert. „Vintage-Porzellan schafft eine ungemein romantische Atmosphäre.“ Und Romantik sei nun einmal das A und O einer jeden Hochzeit.