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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Jung-Schauspieler zurück in seiner Heimat

19.03.2011

DONNERSCHWEE Mit seiner Rolle als Vorbild hat Orhan Müstak noch so seine Probleme. Nervös rutscht der junge Schauspieler auf dem Sessel herum. „Es ist für mich ein komisches Gefühl, als Vorbild gesehen zu werden“, sagt der 26-Jährige. Dabei braucht er sich angesichts seiner Leistungen nicht zu verstecken.

Mit 13 Jahren hatte der in der Türkei geborene Müstak seinen ersten Auftritt auf der Theater-Bühne. „Ich war gerade erst dabei, Deutsch zu lernen“, so Müstak. „Daher war das alles nicht so einfach für mich. Ich habe aber gleich gemerkt, dass ich mich für die Schauspielerei interessiere“, sagt Müstak, der zu dieser Zeit die Hauptschule besuchte.

Dann passierte einige Zeit nichts. Erst später sollte es Orhan Müstak wieder auf die Bühne treiben. Den Ausschlag dafür gab ein Wiedersehen mit Jörg Kowollik vom Verein Jugendkulturarbeit in Donnerschwee, den der 26-Jährige bereits bei seinen ersten Erfahrungen auf der Bühne kennengelernt hatte. „Ab da wusste ich, dass ich unbedingt weitermachen will“, erinnert sich Müstak.

Im Jahr 2002 machte der Schauspieler dann bei dem Oldenburger Jugendtheater Rollentausch mit. Es folgten zahlreiche Auftritte in Oldenburg.

Nur auf sein schauspielerisches Können wollte er sich aber nicht verlassen und drückte deswegen fleißig die Schulbank – mit Erfolg: 2004 bekam er die Fachhochschulreife, 2005 begann er mit einem Informatikstudium an der FH in Emden. Von 2006 bis 2007 studierte er Wirtschaftsingenieurwesen-Bauwirtschaft an der FH in Oldenburg. Mit den Gedanken war er aber immer bei der Schauspielerei. Deswegen bewarb sich Müstak auch bei den Schauspiel-Hochschulen.

2007 klappte es dann. Er wurde an der Hochschule für Musik und Theater in Rostock angenommen. 2011 konnte er das Studium erfolgreich abschließen. „Das war eine schöne, aber auch harte Zeit“, sagt Orhan Müstak. „Die Professoren haben mir von Beginn an gesagt, dass es sehr schwer wird, da auch meine Sprache noch besser werden musste. Der Aufwand hat sich aber gelohnt.“ Nach seinem Abschluss bekam er ein festes Engagement am Stadttheater in Freiburg.

Seine Wurzeln hat Müstak aber nicht vergessen. Daher zeigte der 26-Jährige während seines Besuchs in Oldenburg im ausverkauften Jugendprojekthaus in der Kranbergstraße das Stück „Dreck“, das das Thema Fremdenfeindlichkeit behandelt. „Das kam beim Publikum sehr gut an. Im Anschluss daran gab es eine spannende Diskussion zwischen Publikum und Schauspieler“, so Jörg Kowollik von Jugendkulturarbeit.

Orhan Müstak weiß, dass er einen langen und oft auch beschwerlichen Weg hinter sich hat. „Bei all den Rückschlägen die man hinnehmen muss, ist es wichtig, dass man nicht die Kraft verliert, wieder aufzustehen.“

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