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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Festival: Junge Talente schlagkräftig

28.11.2011

OLDENBURG So viel Schlagzeug war noch nie! Der das feststellt, heißt Axel Fries. Der Name muss misstrauisch machen. Der Musiker, der den ganzen Nordwesten mit dem Schlagzeug-Virus infiziert hat, ist immer für Ideen gut, die viel weiter führen. Doch für zwei Jahre könnte jene Qualität und Vielfalt Maßstab bleiben, die derzeit das Festival „Der Norden trommelt“ setzt. „Solche Fülle geht einfach nicht jedes Jahr“, sagt Axel Fries.

Im Besonderen trifft das auf den Festival-Tag zu. Dreimal geht es am Sonnabend im Oldenburgischen Staatstheater zur Sache, einmal für und mit Kindern, einmal mit jungen Leuten, einmal mit Profis. „Mal sehen, ob der erneuerte Stuck im Großen Haus das aushält”, wiegt Fries den Kopf. Schäden sind bis jetzt nicht sichtbar geworden.

Die Idee zündet. Kinder, begabte Jugendliche und die Größen der heimischen Schlagzeug-Szene, deren Anerkennung weit über die Region reicht, finden in der Musik zusammen. Sicherlich bewundern die jungen Talente vom Schlagwerk Nordwest die gestandenen Könner. Aber vielleicht beneiden die Stars insgeheim den Nachwuchs. Der zieht mit ungewöhnlichen Einfällen die Zuhörer im dreimal stark besetzten Haus in seinen Bann. Fast wirkt der etablierte Musikbetrieb dem gegenüber etwas festgefahren.

Da fläzen sich vier Jungs vor Holztische, rufen „Mahlzeit“ – und funktionieren Holzbretter und Holzbesteck zum Schlagzeug um. Da stürmen drei Typen auf die Bühne, brüllen rhythmisch etwas von „sau-grantig” oder „blödem Tag” – und brauchen gar kein Schlaggerät. Denn der Körper dient beim Luftablassen als Resonanzklotz, blaue Flecken eingeschlossen. Die Gruppen dringen auch in die Tiefe vor.

Alexander Rumpf etwa, der frühere Oldenburger Generalmusikdirektor, hat unter dem Eindruck der Naturkatastrophe vom März in Japan „Amaterasu” komponiert. Chinesisch-japanische Instrumente entwickeln eine Atmosphäre zwischen Naturstimmung und Bedrohung.

Natürlich zeigen die Größen von Philipp Arndt über Juliane Deux, Andreas Heuwagen oder Florian und Christian Schoenefeldt bis Roland Wiegner in ihrer Session höchste Virtuosität und bezwingende Musikalität. Bekanntes und Innovatives zwischen Klassik und Jazz entsteht mit Frische und auch Routine.

Axel Fries, der insgesamt die meisten Kompositionen beisteuert, müsste ob der Resonanz, der Qualität und des Zuspruchs wunschlos glücklich sein. Aber da schleicht sich schon die nächste Idee an: „Eigentlich müssten wir auch mal mehr Mädchen fürs Schlagzeugspiel gewinnen...“

Eins zumindest hat er schon. Anna-Laura Kassner schlägt beim Familienkonzert die Caixa. Als ihr Besitzer diese kleine Trommel beim Aufräumen einfach aus dem Fenster wirft, nimmt ein Abenteuer seinen Lauf. Die Caixa landet auf einem Lastwagen, der zu einem Schrottplatz fährt. Das ist der Platz, an dem sich viel Schlaggerät finden und erfinden lässt. Trommeln ist eben universell. Es passt sogar in edle Räume.

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