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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Ein Oldenburger weiht in die Kunst des Kaffeekochens ein

28.11.2016

Oldenburg Die perfekte Temperatur, „Latte Art“ oder Cold Brew Coffee: Kaffeetrinken hat sich in eine Kunst entwickelt, die langsam in Oldenburg Einzug hält. Und auch in dieser Art von Kunst gibt es Künstler – der sogenannte Barista ist für das Café, was der Barkeeper für Kneipen ist. Achim Barghorn, Inhaber von „Käthe Kaffee Oldenburg“ in der Kaiserstraße, hat bereits mehrere Jahre Erfahrung als Barista.

Nachdem der 32-Jährige bei einem Work- and Travel- Jahr in Australien in 2013 die Kaffeekultur in Melbourne kennengelernt hat, wollte er selbst an der Kaffeemaschine arbeiten. Nach Australien und Kalifornien ist der neue Kaffeehype auch in Deutschland angekommen. „Es wird deutlich mehr wahrgenommen“, so Barghorn. Das kann viele Gründe haben: „Zum Teil ist Kaffee eine Lifestylekultur“, so der Experte. Dabei liegt es an den ästhetischen Komponenten der Kaffeezubereitung und an der sich wandelnden Lebensmittelkultur.

Darüber hinaus spielt laut Barghorn auch das „Selbstgemacht-Gefühl“, das zum Beispiel der Kaffehandfilter bietet, in die neue Beliebtheit des Heißgetränks mit hinein. „Das ist eine andere Wertschätzung.“ Somit ist für einige das Kaffeekochen mit einem Porzellanfilter zum Morgenritual geworden. Das spiegelt sich in der weltweiten Kaffeebewegung wider. Wir befinden uns gerade in der dritten Welle (Third Wave Coffee). Nach der Beliebtheit des Filterkaffees (First Wave) und der Starbucks-Außerhaus-Euphorie (Second Wave) konzentriert sich die „third wave“ auf Qualitätsbewusstsein. Qualität ist Barghorn besonders wichtig, denn in der Kaffeeherstellung kann einiges schief gehen, wodurch das Getränk bitter wird. Was für viele gegen die Bitterkeit zum Kaffee dazu gehört, sollte im besten Fall wegfallen können: Milch und Zucker.

Dabei ist Kaffeekochen ein Handwerk für sich: Bereits beim Rösten und Lagern ist Vorsicht geboten. Wenn die Bohnen zu lange geröstet werden, wird der Geschmack des Kaffees zu bitter. Das gleiche passiert bei falschem oder zu langem Lagern. Sind Pulver oder Bohnen zu alt, verändert das den Geschmack. „Je erntefrischer der Kaffee ist, desto besser schmeckt er.“ Auch der Härtegrad des Wassers kann entscheidend sein. „Wir haben in Oldenburg super Wasser.“ Barghorn filtert jedoch selbst das Oldenburger Wasser vor der Benutzung, um die beste Qualität zu erzielen.

Bloß nicht zu heiß: Doch es kommt ebenfalls auf das Aufbrühen an. Viele machen den Fehler und gießen den Kaffee mit kochendem Wasser auf – doch bei Espresso ist 93 Grad und bei Kaffee 96 Grad die perfekte Temperatur. Der Experte rät das heiße Wasser zunächst in ein anderes Gefäß umzufüllen, bevor es über den Kaffee gegossen wird. Das Getränk sollte dann bei 60 Grad getrunken werden. Doch der Café-Inhaber weiß, dass das utopisch ist: „Der Deutsche mag es eben kochend heiß.“

Beim Cappuccino trinkt das Auge mit, denn die sogenannte Latte Art gehört mittlerweile zu jeder Schaumkrone dazu. „Viele müssen erst mal lernen, Milch zu schäumen“, so Barghorn, „ich kann es akustisch hören, wenn jemand falsch aufschäumt.“ Denn als Faustregel gilt, wenn es zu laut ist, wird der Schaum schlecht zubereitet. 100 bis 200 Cappuccini müsste man schon machen, um ein perfektes Blatt, Herz oder einen Schwan in die Schaumkrone zu zaubern. Bei Barista Meisterschaften können sich die Kaffee-Experten in verschiedenen Kategorien messen, auch in Latte Art.

In regelmäßigen Schulungen gibt der Oldenburger Barista sein Wissen an Interessierte in seinem Café weiter. Eine vierstündige Schulung kostet 60 Euro pro Person. Auch im Heimathaven in der Burgstraße 24 gibt es Kaffeekurse.

Anna-Lena Sachs
Volontärin, 2. Ausbildungsjahr
NWZ-Redaktion
Tel:
0441 9988 2003

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