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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Kampf um Werte entbrennt

29.09.2016

Oldenburg „Wir zeigen ein Stück mit extrem provozierendem Gehalt, dass in sehr naher Zukunft spielt und damit greifbar für das Publikum ist“, sagt Dramaturgin Daphne Ebner über die neue Schauspielpremiere „Unterwerfung“. Das Stück ist nach Vorlage des gleichnamigen Romans des französischen Autors Michel Houellebecq von Peter Hailer, Oberspielleiter des Staatstheaters, inszeniert worden.

Unterwerfung dreht sich um den 44-jährigen Literaturwissenschaftler François, der im Paris der 2020er Hochschullehrer an der Universität ist. Er erlebt als augenscheinlich intellektueller, aufgeklärter Akademiker die „heiße Phase“ der Präsidentschaftswahlen Frankreichs ab 2017 mit. Dabei übernimmt die Partei „Bruderschaft der Muslime“ schleichend die führende Rolle in der Regierung. Auf den Straßen brechen indes Aufstände aus. Menschen fliehen aus der Stadt auf das Land oder verlassen Frankreich womöglich ganz. Ein Bürgerkrieg scheint fast unausweichlich. Auch die drei Weltreligionen – Christentum, Islam und Judentum – treten in einen inneren Konflikt zueinander. Mittendrin befindet sich Literat François, der sich – stellvertretend für die intellektuelle Elite – kompromisslos der neuen Regierung unterwirft.

„Wir haben bewusst den Schwerpunkt auf die innere Krise des Protagonisten gelegt, wodurch auch die innere Krise der Gesellschaft deutlich wird“, erklärt Ebner. Die Zukunftsvision zeigt dabei eine marode Welt auf, in der Menschenrechte und Demokratie nicht von selbst funktionieren. Das Stück stellt damit letztlich Fragen zu eigenen Vorstellungen von den Werten unserer westlichen Welt: Wie kann Demokratie zukünftig weiter funktionieren? Wie können die Menschenrechte eingehalten werden? Und werden diese westlichen Grundsätze überhaupt eine Zukunft haben?

Wichtig sei – laut Dramaturgin – bei der Inszenierung jedoch vor allem, dass es eben nicht um oder gegen den Islam ginge, sondern, dass viel mehr zur kritischen Reflexion über die westliche Welt und ihre Wertvorstellungen aufgefordert werde. Roman und Thematik bewegen sich derweil auf einem schmalen Grat und spalten nicht selten die Reaktionen der Zuschauer in anderen Städten.

„Die Kombination aus dem feinen, facettenreichen Charakterschauspieler Jens Ochlast und der psychologischen Feinstudie des Regisseurs Peter Hailer sind hierfür ideal“, weiß Ebner. Jan Hendrik Neidert untermalt mit seiner Bühnengestaltung den maroden Charakter der Welt und Britta Leonardt entwickelte die Kostüme zum Stück.

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