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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Kirche setzt sich für Toleranz ein

11.06.2012

OLDENBURG Ein Gottesdienst, der im Zeichen der Toleranz stand: Getreu dem Psalm „Gott, ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin“ waren am Sonntag Mitglieder aller Konfessionen und jeder sexueller Orientierung in die Lambertikirche eingeladen. Gemeinsam feierten sie einen stimmungsvollen Gottesdienst, der zum Rahmenprogramm der Christopher Street Day-Parade (CSD) am kommenden Sonnabend zählt.

Mit einer Regenbogenfahne – ein Symbol der Lesben- und Schwulenbewegung – betraten sechs Mitwirkende die Lambertikirche und legten diese vor den Altar. Zum eröffnenden musikalischen Beitrag des Lesbenchors „Andersrum und Immerschief“ rollten weitere Regenbogenfahnen sowie zwei Banner mit Aids-Schleifen-Aufdruck von der Empore. „Toleranz ist auch eine christliche Tugend. Aus diesem Grund sollte auch im Kontext der Kirche dazu aufgerufen werden“, sprach Pastor Ralph Hennings in seiner Predigt. Besonders die Deutschen seien gut darin, Menschen auszusortieren. Wer sich als trans- oder homosexuell oute, der tue das in Angst vor Reaktionen der Umwelt. In seiner Predigt betonte Hennings daher die Notwendigkeit, dass trans- und homosexuelle Menschen als Minderheit mehr Achtung ihrer Mitmenschen erfahren sollten.

Oberbürgermeister Gerd Schwandner las aus dem Evangelium. Das Fürbittengebet sprach „Schwester Lea vom Orden der Schwestern der Perpetuellen Indulgenz“. Darin betete sie unter anderem für jene Homosexuellen, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung strafrechtlich verfolgt werden oder denen sogar die Todesstrafe droht. „Leider ist die Diskriminierung vor allem in kirchlichen Kreisen immer noch vorhanden. Daher ist es schön und wichtig, dass wir erstmals einen solchen Gottesdienst in Oldenburg feiern und damit ein weiteres Zeichen setzen.“

Die Teilnehmer des Gottesdienstes erlebten diesen als besonders stimmungsvoll. Nach musikalischen Beiträgen des Lesbenchores und des Trios von „Sweet Sugar Swing“, das den Song „Ain’t no mountain high enough“ sang, gab es langandauernden Beifall der Zuhörer. „Oldenburg hat mit diesem Gottesdienst eine Vorbildfunktion im Norden. Wir hoffen, dass in naher Zukunft die gesetzliche Diskriminierung homosexueller Menschen ein Ende nimmt“, sagte „Schwester Lea“.

Das Rahmenprogramm zur 18. CSD-Parade am Sonnabend setzt sich bis zum 15. Juni fort. Am Mittwoch findet ab 19 Uhr im PFL eine Diskussion zum Thema „Oldenburg – Eine Insel der homosexuellen Glückseligkeit!?“ statt. Ab 19.30 Uhr gibt es am Freitag die „Nacht der kleinen Künste“ in der Kulturetage zu sehen. Der CSD-Demonstrationszug am 16. Juni zieht durch die Innenstadt. Beginn ist am Sonnabend um 12 Uhr an der Bahnhofstraße. Anliegen der Demonstranten ist es, mehr Rechte für Schwule und Lesben einzufordern.

NWZTV zeigt einen Beitrag unter http://www.NWZonline.de/tv

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PFL | Kulturetage

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