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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Klangschön wie vor 100 Jahren

29.11.2016

Oldenburg Am 9. November 1916 wurde der Alte Landtag des Landes Oldenburg feierlich eingeweiht. Der jetzige Hausherr des Gebäudes, Polizeipräsident Johann Kühme, erläuterte die historischen Zusammenhänge der letzten hundert Jahre.

Daran anschließend und mit dem folgenden Kammermusikkonzert verknüpfend, stellte Elena Nogaeva (Vorsitzende der Oldenburger Albert Dietrich-Gesellschaft und damit Veranstalterin) die Bezüge vom damaligen zum heutigen Musikleben Oldenburgs her. Damals wie heute ruhte und ruht das Konzertleben auf den drei Säulen Oper, sinfonische Konzerte und Kammermusik. Letztere wurde und wird in häuslich-kleinerem und in größerem Rahmen angeboten, woran die verdienstvolle Reihe über Musik und Literatur in historischen Häusern anknüpft.

Der Austragungsort feiert sein hundertjähriges Jubiläum, die vorgetragenen Werke waren auch schon vor hundert Jahren bei den Kennern im besten Sinne populär – also wieder so eine angestrengt revitalisierende Angelegenheit für Kulturkonservative? Mitnichten!

Der Wert des Klassischen nimmt mit seinem Alter weder zu noch ab: Das gehört zur Definition des Klassischen unabdingbar dazu. Der Wert bemisst sich zum einen am Exemplarischen und zum anderen an der fortwährenden Vitalität, im jeweiligen Jetzt in Einzelnen neue Funken zu schlagen.

Fünf Solisten der Deutschen Oper Berlin – Matthias Höfele, Klarinette; Tomasz Tomaszewski, 1. Geige; Magdalena Makowska, 2. Geige; Sebastian Sokol, Bratsche und Maria Pstrokonska-Mödig, Violoncello – spielten Mozarts Klarinettenquintett so emotional beteiligt, in so ausgeglichener Balance der Instrumente, mit einem so eindringlich beseeltem zweiten Satz mit den herrlich-ariosen Melodien der Klarinette, dass jede einzelne Sekunde klar war: Hier wird das Hier und Jetzt leibhaftiger Menschen mit ihren Hoffnungen, Wünschen und Gefühlen verhandelt und nicht eine rückwärts gewandte heile Welt, die es so nie gegeben hat.

Mozarts vielleicht klangschönstes und beglückendstes Kammermusikwerk wurde eingerahmt von zwei kürzeren Werken für Streichquartett, die das heiter-beschwingte und melodienselige Italien beschworen: Hugo Wolfs „Italienischer Serenade“ und Giacomo Puccinis „Crisantemi“. Die Wiedergaben atmeten alle Sorgfalt, Konzentration und Emotionalität, nur hier und da fehlte ein wenig die akzentuierende Schärfe. Die beiden Zugaben, ein „Tango in D“ von Isaac Albeniz und „Por una cabeza“ von Carlos Gardel, gingen ganz unvermittelt in die Beine. Wer weiß, vielleicht gab es Zeiten, die Kammerkonzerte mit Walzer oder Tango auf der Tanzfläche beschlossen?

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