• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Klangwitz mit Bratschen ein reines Vergnügen

04.05.2015

Oldenburg Ein Komponist, der dem Klang der Bratsche verfallen ist und deshalb keine der groben Bratscherwitze hören mag, ist fein raus. Er komponiert einfach selbst etwas für dieses Instrument, dessen schmales Repertoire in der Mittellage zwischen Geige und Cello erst allmählich aufgefüllt wird.

Marco Nola, Jahrgang 1971, ist jener Komponist, der sich selbst und drei Bratscherinnen des Oldenburgischen Staatstheaters zum Vergnügen verhilft.

Petia Rousseva, Jessica Syfuß und Imke Albert bezirzen Nola und die gebannt lauschenden Hörer im 5. Kammerkonzert im Kleinen Haus mit diesem melancholischen Mezzoklang der Viola bei der Uraufführung des „Sextett” benannten Werkes.

Jan Bergström (Englischhorn und Oboe), Joaquim Palet (Horn) und Juliane Asche (Cello) bereichern das Ensemble. Nola, ein beflügelnder musikalischer Tausendsassa aus Bremen, ist in vielen Stilen und im kompositorischen Handwerk zu Hause. Im Sextett gelingt ihm auf dieser Grundlage ein Kunststück.

Die Hörer spüren das Handgemachte in den Formen. Aber dieses Gefühl von Sicherheit und Halt mag sie ermuntern, sich frei und locker auf die vielfältigen Klänge einzulassen, Aufenthalte zu genießen und sich wieder vorwärts reißen zu lassen.

Nicht üppig blüht auch die Literatur für die Gattung Streichtrio. Die plausible Kombination von Violine (hier Rolf Seeber), Viola (Rousseva) und Cello (Asche) hält viele Tücken vor.

Sie verzeiht keine Unsauberkeit, fordert ein Höchstmaß an Integration. Die drei Musiker des Staatsorchesters gehen Beethovens op. 9/3 in c-Moll und Schuberts DV 581 in B-Dur mit vielen Ausdrucksnuancen auf engem Raum sehr sorgfältig an. Doch das an sich löbliche Vorgehen des Geigers, seine komponierte Dominanz nicht ungebührlich auszureizen, bremst das Unternehmen aus. Die beiden Trios geraten brav, und die vorzügliche Bratscherin sitzt zwischen den Stühlen.

Was möglich gewesen wäre, zeigen sie mit energischem Zugriff auf die krachenden Tutti und rezitativischen Solo-Passagen im Streichtrio von 1991 von Krzysztof Penderecki. Benjamin Brittens locker gewebtes „Phantasy Quartet” von 1932 mit dem voluminösen, unaufdringlich virtuosen Oboenspiel von Bergström rundet ein anregend zusammengestelltes Programm ab.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.