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Auto fährt in Menschenmenge bei  Rosenmontagsumzug
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Aktualisiert vor 1 Minute.

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Auto fährt in Menschenmenge bei Rosenmontagsumzug

NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Klarinettenquintett erklingt gekonnt

22.01.2008

OLDENBURG Im Sommer 1891 verfasste Johannes Brahms sein Klarinettenquintett op. 115. Längst hatte er da in vielen Bereichen klassischer Musik Bedeutendes geschaffen, wollte – wie er seinem Verleger schrieb – „als Komponist deutlich Adieu“ sagen und nur noch „für meinen Spaß“ komponieren. Das Klarinettenquintett erscheint so wie eine persönliche Retrospektive auf eine wechselvolle Komponistenkarriere.

Ausführlich informierte der Berliner Musikwissenschaftler Prof. Rainer Cadenbach im Rahmen der „Brahms Woche 2008“ über solche Zusammenhänge, bevor es Brahms’ herb schönes Spätestwerk auch klingend zu erleben gab.

Dunkel leuchtend vergegenwärtigten dabei die Solostreicher der Münchner Philharmoniker Sreten Krstic und Masako Shinohe (Violinen), Wolfgang Berg (Viola) und Stephan Haack (Cello) im Schlosssaal schon das herbstliche erste Thema des Kopfsatzes und behielten diese glühende Intensität bei. Der slowenische Klarinettist Darko Briek ließ seine Linien als Meister der Rücknahme oft aus kleinstem Pianissimo heraus blühen. Und das Adagio gestaltete Briek mit seinem schmeichelnd runden, obertonreichen Klarinettenton bewegend und rhapsodisch variantenreich.

Robert Schumann hatte einst durch einen euphorischen Artikel über den jungen Brahms dessen Karriere mit angeschoben. Die eigene Klavierkammermusik verfasste Schumann zum großen Teil für seine Frau Clara.

So auch das Klavierquintett op. 44, dessen virtuosen Klavierpart Elena Nogaeva, Konzertorganisatorin und Pianistin in Personalunion, im Schlosssaal mit markantem Anschlag darstellte. Gemeinsam mit den Münchner Streichern, die den von Schumann gewiss nicht vernachlässigten Streichersatz etwa im ersten Satz schwärmend, im zerbrochen düsteren Marsch subtil und dunkel durchgestalteten, entstand diese Kammermusikperle transparent und packend. Nach dem Finalsatz gab es langen Applaus im sehr gut besuchten Schloss.

Von Reinhard Rakow

Oldenburg Gut besucht, doch nicht ausverkauft war das Abschlusskonzert der „Brahms Woche 2008“ im Schlosssaal. Gut, doch nicht überbordend war die Stimmung, gut, doch nicht überragend das Dargebotene.

Das „Salonorchester der Deutschen Oper Berlin“ unter Leitung von Tomasz Tomaszewski (Violine), der Opernsänger Rainer Weiß und Moderator Rainer Cadenbach gestalteten eine „Kleine Wiener Gala“ mit Licht und Schatten. Das „Salonorchester“ — ein gutes Dutzend Mitglieder aus dem Ensemble der Deutschen Oper Berlin, darunter eine Alibifrau, sieben Streicher, vier Bläser, Schlagwerk und Klavier — präsentierte sich als vorzüglich eingespielte Truppe mit transparentem, elastischem Klang, die beherzt zu Werke ging. Manchmal etwas zu beherzt: Mag sein, dass die Routine, das Repertoire von weit mehr als hundert Schrammerl-Stücken und das über fünfjährige Miteinander Sensibilität und Differenzierungsvermögen nicht eben befördern. Jedenfalls klang alles recht ähnlich, und zwar nach Militärkapelle. Als Begleitung des freundlich markanten Baritons Rainer Weiß hielt man das Blech freilich feinfühlend zurück;

so kam der Schmelz, den ein Kálmán, Lehár, Millöcker ihren Arien zugedacht haben mögen, zur Geltung. Rainer Cadenbach führte mit Bonmots brav durchs nicht abgedruckte Programm.

Der Programminhalt steht für die Schatten des Abends: Von einhundertfünfzig Minuten entfielen weniger als zehn auf Brahms selbst, zwei ungarische Tänze im Kasernenhof-Sound, siehe oben. Der Rest war Walzer, Polka und Marsch, war Strauß Vater und Sohn und Strauss Richard, war Kreisler und Lincke, ein „Puszta-Medley“, ein „Rumänien-Potpourri“, „Wien, Wien, nur du allein“, „Radetzkymarsch“, taramm-ta-tamm, und, natürlich, das durfte auf einer „Wiener Gala“ ja auf gar keinen Fall fehlen, „Das macht die Berliner Luft, Luft, Luft“.

Natürlich klatscht zum Schluss jeder mit, natürlich irgendwann sogar im Stehen, das gehört sich halt so zum Finale einer „Brahms Woche“.

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