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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

„Lieber mit dem Rad nach Mallorca als mit dem Burnout in die Klinik“

14.07.2017

Oldenburg 32 Jahre ist sie alt, die Sinclair C5, ein dreirädriges Elektrofahrrad – nur zehn Jahre jünger als Alexander Post selbst. Wie die NWZ berichtete, will der 42-jährige Veranstaltungstechniker nach dem letzten Kultursommerkonzert in Richtung der spanischen Sonne aufbrechen. Freunde von ihm leben auf Mallorca, der Weg zu ihnen wird mit dem 25 km/h schnellen Gefährt dauern, aber – so klischeehaft es manchmal klingt, passt es an dieser Stelle: Der Weg ist das bzw. sein Ziel. „Ich strample mich frei. Lieber mit dem Rad nach Mallorca als mit dem Burnout in die Klinik.“

Doch die mindestens sechs Monate dauernde Reise verzögert sich noch um ein paar Tage. Grund ist die technische Überholung der Maschine und des Anhängers: 150 Kilogramm kann das Fahrrad, das mit Akku und Solarzelle ausgerüstet ist, transportieren – Fahrer eingerechnet. Also sei gut überlegt, was im Anhänger und dem handgepäckgroßen Köfferchen landet.

Seit drei Monaten hat sich Posts Freund Friedrich Wilhelm Meyer, von Haus aus Informatik- und Physiklehrer, der Aufgabe verschrieben, seinen in der technischen Angelegenheit blauäugigen Freund in die Materie und komplexe Gerätschaft einzuweisen. Sie haben sich durch das Internet kennengelernt, über ein Forum, dessen Mitglieder die Leidenschaft für das seltene Elektrofahrrad teilen.

Wie Post diese 2500 Kilometer meistern wird? Hoffentlich gut, es wird in jedem Fall abenteuerlich. Aber eines ist gewiss: Die Freunde, die nach einem Kultursommer-Konzert im Backstage auf ihn warten, stehen nicht nur hinter der Bühne, sondern auch voll und ganz hinter ihm und seinem Projekt. Da wird ein winziger Blumenstrauß an das Fähnchen des Liegerads, auf dem das Wort „Retourkutsche“ geschrieben steht, gebastelt, aufbauend auf die Schulter geklopft und sich „Auf Wiedersehen“ gesagt.

Ein paar seiner Freunde sind ebenfalls stolze Besitzer einer Sinclair und parken nebenan. Wie eine Gang fahren sie zu dritt in Kolonne eine Ehrenrunde um das Schloss und ziehen die Blicke auf sich.

Posts Weg führte ihn nun erstmal von Oldenburg nach Hannover. Hier will Meyer in seiner Werkstatt den Anhänger und die Technik ein letztes Mal prüfen, bevor er seinen Freund halbwegs beruhigt auf den Weg schickt. Und wenn es doch Probleme gibt, werde kurzerhand halt ein Flug gebucht und noch etwas Werkzeug eingeladen.

Was also auch passieren mag, nachdem Post Ende der Woche von Hannover aus aufbrechen wird: Ganz allein ist er nie und mit solchen Freunden fährt es sich immer gut.

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