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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Kraft der Sprache ersetzt Fäuste

06.03.2014

Oldenburg Bushido, Basecaps und Bling-Bling – die Klischeevorstellung des deutschen Gangsta-Raps. Harte Beats, leichtbekleidete Frauen und aggressive Texte bestimmen das Bild dieser Musik. Mit Goldketten und Gewaltinszenierungen hat Moritz Bibow nichts am Hut. Der 27-jährige Lehramtsstudent aus Oldenburg setzt auf wortgewandten, melodiösen Deutsch-Rap mit Sinn und Verstand. Seinen Stil beschreibt er im Titelsong seines Debütalbums „Kolibri“: „Ich bin auf’m guten Weg, etwas Revolutionäres zu schaffen. Kein Rap wie er im Buche steht. Das ist Musik, um drüber nachzudenken. Das ist, anstatt mit Fäusten, mit der Kraft der Sprache kämpfen.“

Moritz’ Künstlername lautet „Rec-Z“ und setzt sich aus dem englischen „rec“ (von record = aufnehmen) und dem lateinischen „rex“ (= König) zusammen. „Eigentlich mag ich den Namen gar nicht so gerne, weil er wenig mit mir zu tun hat“, sagt der Rapper. Ändern wird er ihn wohl nicht mehr, schließlich genießt er als „Rec-Z“ in der Szene bereits einen guten Klang.

2005 hat er begonnen zu rappen: „Ich bin vom Hörer zum Aktiven geworden.“ Zuvor hatte er durch das Programmieren von Instrumentalstücken, das Schreiben von Texten in Reimform und das Aufnehmen und Abmischen von Songs seiner Freunde Erfahrungen gesammelt. In der Folgezeit veröffentlichte er zahlreiche Free-Tracks, EPs und Mixtapes und war auf Battle-Plattformen erfolgreich.

Die nächsten                               Live-Termine

Live ist „Rec-Z“ am Freitag, 7. März (21 Uhr), bei Deutschlands größtem Rap-Wettbewerb in Hannover (Musiktheater Bad, Am Großen Garten 60), am 4. April beim „La’Clas-Jam“ in Hamburg (Kaiserkeller, Große Freiheit 36) und am 12. Mai auf der Maiwoche in der Osnabrücker Innenstadt zu erleben.

Mehr Infos unter https://de-de.facebook.com/rzumz

Beim Schreiben konzentriert er sich auf persönliche Gedanken und Gefühle. Herausgekommen ist dabei, unter anderem mit „Sie“, ein ebenso tiefgründiger wie traumhaft schöner Song für seine Freundin, der zeigt, dass Rap und Romantik einander nicht ausschließen. Moritz Bibow versteht es, die Geschichten seiner Songs in Videos zu erzählen – auf der Internet-Plattform „YouTube“ hat ihm das beispielsweise für sein Lied „Engel und Teufel“ mehr als 131 000 Aufrufe beschert. Das Album „Kolibri“ stieg nach seiner Veröffentlichung Anfang 2013 in die Download-Charts bei Amazon (bis auf Platz 5 der Rap/HipHop-Hitliste) und iTunes ein.

Auch die Online-Casting-Show „Raputation.tv“ ist auf ihn aufmerksam geworden. Unter 229 Einsendungen schaffte es der gemeinsam mit dem Hildesheimer Kollegen „Devil“ eingereichte Song „Wegwerfgesellschaft“ in der vorigen Woche unter die Top 10. Trotz großen Jury-Lobs für Stimme, Song und Botschaft – mussten Devil und Rec-Z aus dem Wettbewerb ausscheiden. Der Grund: Mit 27 überschreitet Moritz die im Reglement vorgegebene Altersgrenze von 24 Jahren. Angemeldet hatte ihren Beitrag sein 22-jähriger Mitrapper. Das fiel den Organisatoren erst am Montag auf.

Moritz wirft das nicht um: Er arbeitet in seinem 15-Quadratmeter-Studio im Zimmer seiner WG am Artillerieweg bereits am nächsten Album, das Ende 2014 fertig sein soll. Vorab will er noch eine EP veröffentlichen mit acht Songs, die von seiner Live-Band eingespielt werden – zwar mit Rap-Gesang von Rec-Z und seinem Bandpartner B-Chris sowie Scratches von ihrem DJ Trackateasy, aber eben auch mit echter Gitarre, Bass und Schlagzeug.

Seit vier Jahren studiert der in Neustadt am Rübenberge geborene Rapper in Oldenburg Sport und Germanistik auf Grundschullehramt. Das Studium lässt ihm Freiräume, um seinen Musik-Traum zu leben. „Auch wenn ich kaum mehr Zeit für andere Dinge habe, das Einkaufen vergesse und mich von Haferflocken ernähre. Ich mag es so!“, sagt Moritz. In „Kolibri“ reimt er: „Kein Plan, wohin es geht. Doch jede Zeile ist definitiv ein Schritt nach vorn. Auch wenn es lächerlich klingt, dafür fühle ich mich gebor’n.“


Der Song „Wegwerfgesellschaft“:   http://www.youtube.com/watch?v=ryenxobxus4&feature=youtube_gdata_player 
Stephan Onnen Redakteur / Redaktion Oldenburg
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