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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Krasses Kino im Theatersaal

28.06.2008

OLDENBURG Ein leerer Kinosaal. Der junge Kroate Stipe (Sascha Grüb) wartet, dass der Film anfängt. Zwei Mädchen erscheinen. Kirsten (Patrizia Wapinska), eine Oberzicke, hübsch, sexy, unglaublich gemein. Außerdem ihre deutsch-türkische Freundin Figen (Juliana Djulgerova).

Was Stipe nicht weiß, ist, dass die Mädchen ihn zum Ball eines üblen Spieles auserkoren haben. Wetten, sie kriegen ihn zum Heulen? „Sie lassen ihn dauernd im Unklaren, werfen ihn zwischen körperlicher Nähe und Ohrfeigen hin und her, bis er mürbe ist“, erläutert Regisseurin Caroline Leifert, die das Jugendstück „FSK 16“ im Staatstheater inszeniert. Am Ende haben die Mädchen Stipe da, wo sie ihn haben wollten. Aber ihre eigene Freundschaft ist auf der Strecke geblieben.

„FSK 16“ ist ein Stück über junge Leute für junge Leute. „Wir wollen so nah wie möglich an den Jugendlichen dran sein“, sagt Caroline Leifert, die auch beim Klassenzimmer-Stück „Augen voller Wahnsinn“ Regie führte. Nicht zu überzogen, nicht zu krass, dafür realistisch und so, wie junge Leute sind: Übermütig und voller Energie, aber gefangen im eigenen Körper. Letzteres spiegelt der Titelsong „My body is a cage“ wider, den Sascha Grüb live singt.

Außer einigen Musik- und Toneinspielungen setzt die Regisseurin nicht auf multimediale Technik, um Jugendliche in den Bann zu ziehen. „Das wäre mir zu billig“, räumt sie ein und fokussiert ganz auf die Figuren und deren extreme Gefühle. So habe Kirsten, die unter ihrem gewalttätigen Bruder leidet, unglaubliche Lust am Quälen, während Figen vor allem ihrer Freundin gefallen will. „Es passiert den Mädchen einfach, dass sie zu extrem werden und dann vor einem Scherbenhaufen stehen.“ Für optische Nähe sorgt ein Steg, der in den Zuschauerraum des Kleinen Hauses ragt. Das Bühnenbild (Steffen Lebjedzinski) ist einem Kinosaal nachempfunden.

Kristo Sagor (32), aufgewachsen in Lübeck, schrieb „FSK 16“, das 2003 in Bremen uraufgeführt wurde. Am Staatstheater führte Sagor 2003 Regie. Er inszenierte im vorigen Jahr „Frankenstein“.

Alle Theaterkritiken unter www.NWZonline.de/Theater

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