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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Krimi im Oldenburger Obdachlosen-Milieu

31.03.2015

Oldenburg Wo ist Frieda? Von der Obdachlosen, die normalerweise auf einer schäbigen Isomatte an der Bushaltestelle Marschweg ihre Tage verbringt, fehlt jede Spur. Studentin Paula, die die Bedürftige regelmäßig mit Essen versorgt, macht sich auf die Suche. Kurz darauf wird in der Nähe ein anderer Obdachloser brutal zusammengeschlagen. Jemand hat offenbar die Nichtsesshaften ins Visier genommen. Die Geschichte ist allerdings frei erfunden. Frieda und Paula sind die Hauptfiguren in Regine Kölpins neuem Thriller „Straßenschatten“. Die Handlung des jetzt erschienenen Buches spielt in Oldenburg und thematisiert die Obdachlosigkeit.

„Ich beschäftige mich gerne mit sozial heiklen Themen und hinterfrage dann Situationen, die für uns alle selbstverständlich geworden sind“, erklärt Regine Kölpin ihre Beweggründe. Die Idee für ihren inzwischen neunten Erwachsenenroman kam der in Neustadtgödens (Gemeinde Sande) lebenden Schriftstellerin nach einem Gespräch mit einer obdachlosen Frau in Friesland. „Mit den Geschichten, die ich in weiteren Gesprächen erfahren habe, wuchs der Roman in meinem Kopf“, erzählt die 51-Jährige. Oldenburg wählte sie für die Handlung aus, weil es eine Großstadt sein sollte und „weil ich mich hier etwas auskenne“. Zwei ihrer Söhne studieren bzw. studierten an der Carl-von-Ossietzky-Universität. Zu den Schauplätzen des Romans zählen neben der Uni auch die Dobbenwiese, der Tagesaufenthalt an der Ehnernstraße und der Westfalendamm (dort spielt die Handlung in einem fiktiven Obdachlosenlager). An allen Orten recherchierte die Autorin für ihren Thriller.

Schriftstellerin wollte Regine Kölpin („Mit zehn Jahren schrieb ich meinen ersten Roman“) schon als Kind werden. Den Weg dahin fand sie aber erst vor etwa 15 Jahren. Fernstudienkurse in Deutsch und Literatur erneuerten bei der Mutter von fünf Kindern die bestehende Begeisterung fürs Schreiben. Vor zehn Jahren gab die Krankenschwester ihren erlernten Beruf auf. Seither widmet sie sich fast ausschließlich der Schriftstellerei.

Neben historischen Romanen schreibt sie Krimis und Kurzgeschichten und unter dem Namen Regine Fiedler auch Kinder- und Jugendbücher. Wenn Regine Kölpin nicht am Schreibtisch sitzt, hält sie Lesungen, gibt Workshops für angehende Autoren und ist als Gästeführerin in Jever unterwegs. Eine „Straßenschatten“-Lesung ist für den 19. Juli beim Sander Lesesommer geplant. Wenige Wochen später erscheint schon Kölpins nächstes Werk: Es ist ein lustiger Familienroman.

Rainer Dehmer Oldenburg / Redaktion Oldenburg
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