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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Oldenburgerin schneidert Buntes für besondere Kinder

08.01.2016

Oldenburg Riesig gefreut hat sich die Oldenburger Jungunternehmerin Kerstin Thompson über die Verleihung des Niedersächsischen Gründerpreises „Durchstarter 2015“. Die 45-Jährige erhielt den Sonderpreis aus den Händen von Wirtschaftsminister Olaf Lies für ihr Unternehmen „Reha-Fashion“, das sie vor zwei Jahren gegründet hat.

Die gelernte Schneiderin hat selbst einen mehrfach schwerst behinderten Sohn. Die besonderen Bedürfnisse von Aaron, der neun Jahre alt ist, haben die Alleinerziehende auf die Idee gebracht, ihm und vielen anderen behinderten Kindern – oder besser einfach „besonderen Kindern“, wie Kerstin Thompson sie nennt – und auch Erwachsenen die schwierige Lage so gut wie möglich zu erleichtern. Denn sie kennt die Nöte und weiß, was gebraucht wird, zumal ihre Freunde und Bekannten auch vor allem aus dem Pflege- und Therapiebereich kommen. Seitdem entwirft und schneidert Kerstin Thompson zahlreiche Sonderprodukte – „zum Beispiel Oberbekleidung für Kinder mit Spastiken, damit das An- und Ausziehen für beide Seiten einfacher wird“. So können die Kinder die Kleidung quasi „von vorn anziehen, statt sich zu verbiegen“. Auch Rollstuhltaschen gehören zum Programm.

Statt der bisher vorherrschenden dunklen Töne in diesem Bereich setzt sie mit Reha-Fashion stark auf bunte Vielfalt – denn „behinderte Kinder sind fröhliche Menschen, die das Farbenfrohe lieben.“

Es gebe viel mehr Kinder, als man vielleicht denken würde, die auf solche und andere Hilfen angewiesen seien, sagt Kerstin Thompson. „Am stärksten laufen Schlupfhosen, Schlafsäcke mit Nässesperre oder auch Hals-Dreieckstücher mit Nässesperre.“ Wichtig für manche Kinder ist zum Beispiel, dass es hinten keine Nähte gibt, damit keine Druckgeschwüre entstehen, oder dass die Dreieckstücher eine Nässesperre haben, weil bei vielen Kindern „der Mund immer offen steht und der Speichel stark fließt“.

Die Oldenburgerin, die ihre Werkstatt in ihrer barrierefreien Wohnung an der Holler Landstraße hat, in der sie mit ihrem Sohn wohnt, sagt: „Das mit dem Preis konnte ich zuerst gar nicht glauben. Ich habe mich so gefreut. Das habe ich auch meinem tollen Sachbearbeiter beim Jobcenter in Oldenburg zu verdanken, der mich auf die Idee gebracht und darin unterstützt hat.“

Die Schneiderin hofft, dass sie ihrem Sohn irgendwann mal eine Delfin-Therapie bezahlen kann. Ihre Hoffnung ist, dass sich eine Blockade löst und Aaron, der unter Sauerstoffmangel zur Welt kam und zusätzlich zu seinen zahlreichen Schädigungen unter frühkindlichem Autismus leidet, dann zumindest wieder ein paar Worte spricht. „Bis kurz vor seinem vierten Geburtstag konnte Aaron ein paar Wörter sprechen, aber von einem Tag auf den anderen war das weg.“


Mehr Infos unter   www.reha-fashion.de 
Karsten Röhr
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2110

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