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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Historie: Langer Weg vom Korn zur Kunst

26.11.2015

Etzhorn Mutig war er und er hatte Visionen: Im Alter von 25 Jahren beschloss Johann Gerhard Oltmann Hilbers, aus der kleinen Brauerei in Etzhorn, die sein Vater 1849 gegründet hatte, etwas Großes zu machen. „Heute würde man ihn einen dynamischen Jungunternehmer nennen“, sagt Urenkel Hans-Gerd Hilbers.

Sein Urgroßvater (1852-1909) baute zunächst eine riesige Scheune mit Pferdestall. Acht Jahre später reichte diese kleine Brennerei seinen Ansprüchen nicht mehr. Es wurde neu gebaut, viel größer: 21 Meter hoch. Das war 1885. Heute, 130 Jahre später, steht das markante Gebäude immer noch.

Dessen runden Geburtstag möchte die Familie Hilbers nicht einfach so verstreichen lassen. In einer Sonderausstellung wird die Geschichte der „Alten Brennerei“ dokumentiert. Darüber hinaus gibt es in der Adventszeit ein besonderes Programm (siehe Infokasten).

Das Bauwerk seines Vorfahren betrachtet Hans-Gerd Hilbers mit großem Respekt. In der Bauenschaft Etzhorn wurde in den Gründerjahren nach dem Krieg – wie in ganz Deutschland – mächtig gebaut. So auch von den Betrieben Hullmann (Kornbrennerei) und Hanken (Etzhorner Krug). Zum Gedankenaustausch trafen sich Unternehmer, Handwerker und Landwirte regelmäßig im Etzhorner Krug. Laut der Chronik von Heinrich Munderloh („Die Bauernschaft Etzhorn“) hatte dieser Klub 132 Mitglieder. Einer von ihnen war Johann Gerhard Oltmann Hilbers.

Mit seinem „Alten Korn“ war der Unternehmer sehr erfolgreich. Bei der großen Oldenburger Kunst- und Gewerbeschau im Jahr 1905, zu der immerhin mehr als 600 000 Besucher kamen, war die Firma mit einem Werbestand vertreten. Der Korn schmeckte und bekam den silbernen Ehrenpreis der Ausstellungskommission. Von diesem Erfolg zeugt ein großes Bild aus dem Produktionsprozess der Fabrik, das heute noch im Flur des Gebäudes hängt.

Im Laufe der Jahrzehnte wurde die Brennerei immer wieder erweitert. Schon ab 1890 kam neben der Schnapsherstellung die Hefe-Produktion. Die Braker Bahn wurde 1896 erbaut, gleichzeitig entstand der Etzhorner Bahnhof an der Kornstraße. 1926 bekam Hilbers einen eigenen Gleisanschluss.

Bis 1960 wurde Hefe produziert. Als im Jahr 2004 das Branntweinmonopol für Melasse-Alkohol fiel, stellte man die Alkoholproduktion ein. „Eine Umnutzung des großen Gebäudes musste überdacht werden“, erzählt Hans-Gerd Hilbers, sogar ein Abriss stand „kurzzeitig zur Diskussion“.

Bei der Lektüre der NWZ jedoch kam die Idee zu etwas Neuem: Im Kleinanzeiger im September 2005 suchten zwei Künstler ein Atelier. Sie fanden ihr Domizil in der Brennerei, die ab 2006 erneut ausgebaut und in zwei weiteren Bauabschnitten noch erweitert wurde. Immer mehr Künstler und Kunsthandwerker sowie eine Tanzwerkstatt zogen ein. Heute sind es mehr als 30 Mieter.

Der ursprüngliche Hof, die Keimzelle des gesamten Betriebes, der schon seit 500 Jahren im Familienbesitz ist, wird heute von Johann-Christian Hilbers bewirtschaftet – mit Milchwirtschaft und Windenergieanlagen auf dem eigenen Grund als zusätzliches Standbein.

Der Weg vom Korn zur Kunst war lang. Ein Grundsatz prägt heute den Geist der Brennerei: „Altes bewahren und Neues schaffen.“ Und damit wäre sicherlich auch der Visionär Johann Gerhard Oltmann Hilbers einverstanden gewesen.

Susanne Gloger Redakteurin / Redaktion Oldenburg
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