• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Lieder aus Norwegen als Balsam für die Seele

24.09.2013

Oldenburg Sie sind schlicht, aber überraschend, mal erfrischend wie ein sprudelnder Bergbach oder still und verträumt wie ein lauer Sommerabend irgendwo im wilden Norwegen. Und sie erzählen Geschichten mitten aus dem Leben – die Songs von Elin Furubotn sind eine Erholung fürs Gemüt, Balsam für die Seele. Zu ihrem Konzert in Minimalbesetzung zusammen mit dem Saxofonisten Karl Seglem kamen rund 100 Zuhörer ins Oldenburger Wilhelm 13. Das vorweg: Die, die nicht gekommen sind, haben etwas Wunderbares verpasst.

Man konnte durchaus Zweifel haben, ob das einen Abend lang trägt: Gesang mit Gitarrenmusik, nur begleitet von einem Tenorsaxofon, zumal die CDs der Sängerin mit größerer Band aufgenommen wurden. Die Zweifel wurden rasch beseitigt, das trägt nicht nur, das war einfach umwerfend. Das virtuose Spiel des begnadeten Saxofonisten Karl Seglem harmoniert in einer Weise mit dem Gesang und der Gitarre von Elin Furubotn, als hätten sie schon immer zusammengespielt, als könne das eine ohne das andere nicht existieren. So selbstverständlich, so miteinander verwoben.

Elin Furubotns Musik ist irgendwo angesiedelt zwischen Jazz und Folk, vielleicht mit ein paar „poppigen“ Anklängen. Die Stimme der Singer-Songwriterin ist nicht außergewöhnlich oder herausragend, wohl aber von einer Klarheit und Frische, die ein Zuhören ohne allzu große Anstrengung ermöglicht. Dass sie in ihrer Heimatsprache Norwegisch singt, ist kein Nachteil, auch wenn die Sprache gelegentlich akrobatische Zungenfertigkeit erfordern muss. Natürlich versteht hier kaum jemand die Texte, doch mit der Erläuterung der sympathischen Sängerin zuvor hat man das Gefühl, als erfasse man jedes Wort in seiner Bedeutung, die Klänge untermalen nicht nur, sie interpretieren sie überzeugend.

Zu den Höhepunkten des Konzertes gehören zweifellos die Stücke, in denen Furubotn und Seglem wirklich miteinander spielen, sich musikalisch mal necken, mal umschmeicheln. Das ist Zusammenspiel auf höchstem Niveau, bei dem Elin Furubotn herausragendes Gitarrenspiel dokumentiert. Wenn Karl Seglem auch noch zum Ziegenhorn greift und diesem absolut erstaunliche Klänge entlockt, dann fragt man sich, warum man nicht schon früher von diesem Duo gehört hat. Den „Geschmack des Himmels“ hat Elin Furubotn am Schluss besungen, ein bisschen davon hat das Publikum auf der Zunge (oder im Ohr) gehabt. Phänomenal.

Thomas Haselier

Archiv
Tel:
0441 9988 2085

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.