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Konzert: Märchenprinz brilliert in Hellblau

22.04.2013

Oldenburg Götz Alsmann kann. Und zwar ziemlich viel. Glockenklar und hinreißend samtig singen und dabei lässig seine Finger auf den Tasten seines Flügels tanzen lassen sowieso. Aber der promovierte Musikwissenschaftler aus Münster kann auch – mit seiner typischen Haartolle über der Stirn – heftig kokettieren und amüsieren. Und so verbreitet sein Konzert in der nicht ausverkauften Oldenburger Weser-Ems-Halle vor knapp tausend Gästen den Hauch eines wohligen Flirts „In Paris“.

„In Paris“ ist nicht nur der Titel der Tournee, sondern gleichzeitig auch der des neuen Albums von Götz Alsmann (55) und seiner vier kongenialen Bandfreunde Altfrid Maria Sicking (Vibraphon, Xylophon, Trompete), Michael Müller (Bassgitarre), Rudi Marhold (Schlagzeug) und Markus Passlick (Percussion). Vor zwei Jahren haben sie 15 Titel im legendären Pariser Studio Ferber eingespielt als deutschsprachige Hommage an französische Chansonniers wie Gilbert Bécaud, Charles Aznavour und Yves Montand. Deren Liebeslieder erstrahlten in den 1930er- bis 60er-Jahren die Lichterstadt an der Seine.

Jetzt tauchen diese wiederentdeckten und neu interpretierten, jazzigen Schlager die Kongresshalle mal in ein bläulich, mal rötlich schimmerndes, romantisches Licht. Im Scheinwerfer steht Götz Alsmann, heftig flirtend mit dem Publikum, das an diesem Abend durchaus nicht nur weiblich ist: „Meine Damen“, säuselte er augenzwinkernd, „sicher warten Sie auf Ihren Märchenprinzen – nun, hier bin ich!“ Und weil man einem wie Alsmann, dessen große Liebe der Chanson nun einmal ist, so einen schmalzigen Spruch durchgehen lässt, lächeln auch die ebenso zahlreich erschienenen Herren erheitert, als der Entertainer über das neueste Outfit seiner Band fabuliert: „Männer in babyblauen Sakkos interessieren sich nicht für Ruhm und Reichtum, sondern exklusiv für Liebe und Zärtlichkeit.“

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Sein Talent schützt Alsmann vor Kitsch und so wirken seine Melodien vor allem kunstvoll. Egal ob er nun sanft „Liebe mich“ von Dalidas aus dem Jahr 1956 anstimmt oder spitzbübisch lächelnd und Hüften schwingend „Hallo, schöne Frau“ aus seinem Album „Kuss“ ins Mikrofon haucht. Eben noch verträumt und schmachtend, erhöht der Westfale während des fast dreistündigen Abends immer mal wieder die Taktfrequenz. Nicht nur in Herzschlag-Songs wie „Bumm“, sondern vor allem zwischen den Titeln avanciert der Fernseh-Entertainer von „Zimmer frei“ zum unterhaltsamen Schnellredner. Noch so etwas, was Alsmann kann. Ziemlich gut sogar.

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