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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Mandelring-Quartett löst Beifallsstürme aus

16.01.2017

Oldenburg Das aus Neustadt an der Weinstraße stammende Mandelring-Streichquartett gehört längst zu den führenden Formationen des Genres. Da das Quartett regelmäßig auch Streichquintette im Programm hat, ist meistens ein zweiter Bratscher an Bord: hier Roland Glassl.

Mozarts Streichquintett in D-Dur, KV 593, ein klassisch strukturiertes Werk, das aber in einem unkomplizierten Sinn romantisch und ein wenig geheimnisvoll klingt, wurde von den fünf Streichern ebenso temporeich wie feingliedrig und durchsichtig auf die Architektonik hin wiedergegeben. Von Beginn an entzückte das reibungslose, fast traumwandlerisch aufeinander abgestimmte Spiel der Solisten, die nicht nur homogen, sondern auch durchaus meisterhaft und mit souveräner Technik aufspielten.

Die vier Mandelrings, das sind die Geschwister Sebastian, Nanette (Geigen) und Bernhard Schmidt (Violoncello) sowie Andreas Willwohl an der Bratsche, ein Freund der Familie. Vielleicht lässt sich aus dieser menschlichen Verbundenheit die perfekt abgestimmte und aufeinander bezogene Spielweise ableiten. Das auffallendste Merkmal der Interpretation ist aber eine temporeiche, im Gegensatz zu vielen älteren Quartetten einfach schnellere Spielweise, die mit viel Schwung und Vitalität, aber ohne Druck, wie aus dem Ärmel geschüttelt, daherkommt.

Mendelssohns besonders populäres Streichquartett in e-Moll, op. 44 Nr. 2, mit einem sehr eingängigen, melodischen Thema, zeigte in der Interpretation all die unüberhörbaren Meriten dieses Ansatzes. Das Tempo hätte nicht noch weiter verschärft werden können, ohne Einbußen an Subtilität, Schmelz und Finesse hinnehmen zu müssen. Ohne Druck und Massivität, aber mit dem je nötigen Quantum pulsierender Kraft gelang hier eine staunenswerte Wiedergabe am Rand der gelingenden Möglichkeiten.

Höchste Klanglichkeit und höchste Komplexität schließen sich beim 2. Streichquintett, op. 111, von Johannes Brahms nicht aus, sie bedingen einander und durchdringen sich, so wie Zartestes und Expressivstes. Mit durchgehender Frische und ansteckendem Elan sowie intensivem, dichten und ausdrucksgesättigtem Musizieren in Verbindung mit ganz leicht wirkender, unangestrengter technischer Überlegenheit überzeugte das Mandelring-Quartett auch nach der Pause auf ganzer Linie und wurde völlig zu Recht vom begeisterten Publikum mit stürmischem Beifall, Fußgetrappel und Bravorufen gefeiert.

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