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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Milchschäumer bilden einen Chor

11.12.2010

OLDENBURG Das vorletzte Jahr der Bundesförderung für das „klangpol“-Projekt zur Vermittlung zeitgenössischer Musik in der Region endet – nicht ohne Wirkung: Allein das Konzert des oh ton-ensembles am Mittwochabend in der Exerzierhalle wurde begleitet durch einen Workshop, einen Schulbesuch, eine Hörwerkstatt und ein Werkstatt-Gespräch mit dem Komponisten, Klang- und Aktionskünstler Christoph Ogiermann aus Bremen, der von oh ton (finanziert durch die OLB-Kulturstiftung) einen Kompositionsauftrag erhalten hatte. Es geht also rund.

Die Uraufführung von Ogiermanns „wRuKi 3“ gelang sehr überzeugend, obwohl dem Trio, bestehend aus Saxophon, Klavier und Schlagzeug mitunter absurde (dilettantische?) Schwierigkeiten abverlangt wurden. Ein Chor von Milchschäumern in Verbindung mit Instrumenten hatte man schon vorab aufgenommen und per Computer zu einem sich aufbauenden 108fachen Kanon überlagert. Die scheinbar zufälligen, harten Impulse des Anfangs geronnen zum dichten Flirren, das eher an elektronisch erzeugte Klänge, als an die auf der Bühne agierenden (Jazz-) Instrumente oder gar an die Milchschäumer erinnerte.

Von Ogiermann gab es auch seine dadaistisch multimedialen „Druckblöcke“ (2002). Saxophonist Mark Lorenz Kysele wusste die gestisch schroffen Aktionen nüchtern zu interpretieren. Beinkes „Introversion III“ (1989/90) erinnerte in seiner fragmentarischen Anlage an die multiperspektivische Sicht des Kubismus, nun allerdings mit introspektiven Blickwinkeln im Sinne eines „Psychonauten“ (Achim Freyer, Dramaturg). Katrin Haußmann betrieb auskomponierte Wortspiele („undouble“) mit sich entfaltenden Klangelementen und Dopplungen u.a. von Klavier und Schlagzeug. Eher konzeptionell angelegt war das etwas monoton geratene Stück von Masakazu Natsudas, welches trotz strenger Konstruktion quasi-traditionelle, asiatische Musik entstehen lassen sollte. Durch rhythmische Prägnanz unterhaltsamer war die „Wabi-Textur“ von Niklaus Richter de Vroe. Einmal mehr wurde das Ensemble seinem über Grenzen hinausgehenden Ruf gerecht, wichtige Triebkraft für aktuelle Klangästhetik zu sein.

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