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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Häusliche Gewalt: Mit buntem Banner gegen Scham und Angst der Opfer

25.11.2013

Oldenburg Nicht wegsehen, sondern Aufmerksamkeit erlangen: Dieses Ziel haben die Teilnehmerinnen der Parade „Nein zu Gewalt an Frauen“ am Sonnabend erreicht. Mit einem etwa zehn Meter langen Banner zogen sie durch die Innenstadt, um die Bürger über das Thema zu informieren und den Betroffenen Mut zu machen.

Anlass der Demonstration ist der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November. Beteiligt waren der Ortsfrauenrat der Gewerkschaft Verdi, das Autonome Frauenhaus, die Städtegruppe von Terre des Femmes, Wildwasser sowie das Frauenbüro der Stadt Oldenburg.

„Viele Frauen erfahren körperliche oder psychische Gewalt im Familien- oder Bekanntenkreis. Das schlimme ist, dass weniger als fünf Prozent der Straftäter vor Gericht kommen“, erzählt Helga Fischer der Städtegruppe Terre des Femmes. Die Hemmschwelle, sich jemandem anzuvertrauen, sei nach wie vor sehr hoch. Dies führt Ingeborg Wibbe von Wildwasser nicht nur auf die Angst und Scham der Betroffenen zurück: „Viele wissen noch nicht mal, dass es Anlaufstellen gibt, die sich um die Opfer kümmern.“

Schutz bietet auch das Autonome Frauenhaus. Frauen und Kinder erhalten hier eine Notunterkunft. „Sich vom gewalttätigen Partner zu trennen, ist für viele oft der schwierigste Schritt. Wir geben den Betroffenen ein vorübergehendes Heim und helfen bei Behördengängen“, so Barbara Petrich vom Frauenhaus.

Denise Parel solidarisierte sich mit den Opfern: „Ich selbst habe in meinem Bekanntenkreis mehrere Freundinnen, die Gewalt erfahren mussten. Ich laufe mit, weil ich die Arbeit der unterstützenden Institutionen wertschätze.“ Rita Schilling, Schirmherrin von Wildwasser, erklärte: „Dass Gewalt an Frauen kein Tabuthema mehr ist, könnte man einen kleinen Fortschritt bezeichnen. Trotzdem ist es wichtig, dass es immer wieder öffentlich wird.“

Die Evangelische Frauenarbeit zeigt diesen Montag um 18 Uhr im Ev. Gemeindehaus, Kranbergstraße 7, den Film „Kairo 678“ über die Gewalterfahrungen von ägyptischen Frauen. Der Film „Stein der Geduld“ über Unterdrückung wird diesen Montag und Dienstag um 18 Uhr im Cine k gezeigt.

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