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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Mit Handwerk und Hightech an die Spitze

04.06.2016

Oldenburg Ein handgefertigtes Ledermäppchen seines Großvaters für Zeichenstifte ist immer dabei, wenn Designer Sebastian Herkner auf Reisen geht. Und er reist ständig. Viele Inspirationen begegnen ihm in anderen Ländern. Körbe in Zimbabwe, Lotus-Schalen in Thailand und vieles in Japan. Von Japan schwärmt er. Dann skizziert er per Hand Entwürfe in sein Din-A-4-Buch, fotografiert die Zeichnung mit dem Handy und schickt sie digital in sein Studio nach Offenbach.

„Offenbach – eine Stadt, die zwar hässlich, aber reizvoll ist und nah am Flughafen Frankfurt“, sagt er. Außerdem gefällt ihm, dass da viele Nationen friedlich miteinander leben. Auf Einladung des Möbelhauses Rosenbohm kam einer der erfolgreichsten deutschen Produktdesigner am Donnerstagabend nach Oldenburg.

„Wir leben heute anders als vor 50 Jahren, also brauchen wir auch andere Möbel“, sagt der Absolvent der Hochschule für Gestaltung in Offenbach, der 1981 in Bad Mergentheim geboren wurde und dort auch aufwuchs. Dass er etwas Kreatives und sich selbstständig machen wollte, wusste er schon, als er noch in der Schulbank saß.

Schwäbische Strebsamkeit und Können brachten ihm schon während des Studiums ein Praktikum bei der international renommierten britischen Designerin Stella McCartney ein. „Beeindruckt hat mich ihre Leidenschaft für Farbe und Material, aber auch das Gespür für Trends“, erinnert er sich.

Der Durchbruch gelang Sebastian Herkner 2009 mit dem Bell-Table, inzwischen eine Ikone des Designs, die in jeder Hochglanzwohnzeitschrift und jedem besseren Einrichtungshaus weltweit zu finden ist. Die Idee zu diesem vollkommen aus Glas gefertigten Tisch wuchs aus dem Ärger, als sein eigener transluzider Tisch aus Plexiglas völlig zerkratzt störte. Noch bevor der Bell-Table in verschiedenen Farben und Größen in Serie ging, rief der in der Kunst- und Werbeszene bekannte Christian Boros bei Herkner an und orderte für sein Penthouse auf einem Bunker in der Berliner Reinhardtstraße. „Da schwante mir, dass es mit dem Bell-Table etwas werden könnte.“

Seither hat er für exklusive Marken Möbel, Körbe, Leuchten und vieles mehr entworfen. Materialien mixt er unkonventionell, Farben setzen Akzente. Handwerk und Hightech verbindet er ohne Hemmung. Für die Manufaktur Rosenthal etwa wurde sein Entwurf mit einem 3-D-Drucker umgesetzt.

Kaum ein Design-Preis, der ihm nicht überreicht wurde. Auch für die Sinne will er den heutigen Bildschirm-Menschen etwas bieten, die Haptik von Holz und Stoffen spielt daher auch eine wichtig Rolle. Auf der jüngsten Kölner-Möbelmesse hatte er 19 Neuvorstellungen. Werte sind ihm wichtig. „Die Menschen haben eine Sehnsucht nach etwas Werthaltigem und nach Qualität“, erklärt er. Cocooning sei weiter im Trend. Seinen neuesten Entwurf für die Bettenmanufaktur Schramm etwa hat er bewusst mit einem hohen Kopfteil ausgestattet, das an einen Ohrensessel erinnert. „Ich verschicke die meisten Mails etwa aus dem Bett. Da braucht man etwas zum Anlehnen.“

Und wie richtet er sich ein? Alles Herkner bei Herkner? „Die Einrichtung muss wachsen. Sie finden Dinge, die mir etwas bedeutet.“ Er stöbert gern in fremden Städten. Immer etwas abseits der großen Straßen. „Da findet man noch etwas Besonderes.“ Als er aus Japan zurückkam, hatte er gleich doppeltes Gepäck. Und viele der Dinge seien zeitlos schön. Sie werden auch künftige Umzüge überstehen.

Sabine Schicke
stv. Redaktionsleitung
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2103

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