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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Mit irakischen Augen betrachtet

24.08.2015

Oldenburg Diese Stadtführung der besonderen Art war auch für Bernd Munderloh eine besondere Herausforderung. 30 Männer aus Syrien und dem Irak, erst kurz in der Stadt, wollten sich über Oldenburg informieren und es erleben. Peter Schreiber und Jörg Uhrig organisierten dafür mit Dolmetscher Hamo Nadar eine Führung in Kooperation mit den Integrationslotsen der Agentur Ehrensache.

Von Pfau und Esel

Mit einem oldenburgischen „Moin“ begrüßte Gästeführer Bernd Munderloh seine Gäste. Hama Nadar versuchte die plattdeutsche Erklärung „Mojen Dag“ über das Hochdeutsche ins Arabische und Kurdische zu übersetzen. Ein Lächeln im Gesicht der Zuhörer sagte: „Wir haben verstanden“. Am Schloss setzte eine intensive Diskussion ein. „Der Pfau da oben gehörte in der damaligen Zeit zu den niederen Tierarten, so wie auch der Esel“, referiert Munderloh, der schnell erfährt, dass die Zuhörer das anders sehen. „Nicht nur Pfau, auch der Esel wird bei uns als edles oder sehr nützliches Tier gesehen“, übersetzt Hama Nadar. Munderloh erzählt, dass Oldenburg „damals“ ein sehr armes Land war. „Sie haben eine viel längere und größere Kultur als wir hier in Oldenburg. Unsere Stadt ist gerade mal 900 Jahre alt“, sagt Munderloh. Trotzdem erzählt er von den zwei „Weltrekorden“ Oldenburgs: Die älteste Sparkasse der Welt „steht“ in Oldenburg und am Schlossplatz wurde 1870 die erste Ansichtskarte der Welt von August Schwartz gedruckt.

An der Lambertikirche hält Munderloh eine Zeichnung hoch die zeigt, wie sich dieser Platz im Laufe der Jahrhunderte verändert hat. Und innen kommt dann die große Überraschung: Ibrahim Alrfae aus Syrien stimmt auf Arabisch das Lied (übersetzt) „Ich und mein kleines Haus“ an, in dem es um ein junges Paar geht, das sich nichts mehr wünscht als ein bescheidenes Häuschen, in dem es alleine wohnen kann. Applaus kommt nicht nur aus den eigenen Reihen, sondern auch von einer Reisegruppe.

Abwechslung im Alltag

Shamdin Kheder Elyia ist sehr zufrieden. „Ich habe viel gelernt über die Stadt“, übersetzt der Dolmetscher. Saher Ismail findet die „schönen alten Gebäude gut, die so anders als bei uns aussehen“, und Aras Salm bedankt sich. „Ich möchte unbedingt in Oldenburg bleiben“, betont er. „Stadtführungen sind in erster Linie gut, damit sich die Mi-granten besser zurecht finden“, sagt Peter Schreiber, „aber es ist auch eine schöne Abwechslung im Alltag der Flüchtlinge“, ergänzt er. „Es ist so wichtig, dass die Flüchtlinge von ihren traumatischen Erlebnissen während der Flucht wegkommen“, erklärt Jörg Uhrig.

Beide sind der Meinung, dass die Flüchtlinge „etwas Schönes erleben sollten“ – und sie würden in Oldenburg dafür große Unterstützung erfahren.

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