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Spielfilm: Mit Popcorn geht Karriere richtig gut los

17.09.2011

OLDENBURG Vom Tellerwäscher zum Multimillionär – Karrieren wie diese sind nun nichtgerade ungewöhnlich. Von der Popcornverkäuferin zur Hauptleidtragenden einer verpatzten Gesundheitsreform – das allerdings muss man Franziska Rummel erst einmal nachmachen. Die erste Rolle in einem großen Spielfilm ist für die gebürtige Oldenburgerin gleich eine ganz besondere.

Was die Herausforderung, in Linus de Paolis Erstlingswerk „Dr. Ketel“ (Weltpremiere ist beim Filmfest an diesem Sonnabend ab 20 Uhr im Forum Alte Fleiwa) nicht einfacher macht. Doch die 27-Jährige absolviert ihre Aufgabe in hervorragender Manier. Sie spielt in einer nahen Zukunft, in der das Kranksein längst Strafe ohne Aussicht auf Behandlung geworden ist, eine Apothekerin, die sich in den selbst ernannten „Doktor“ Ketel verliebt. Der aber nutzt die Beziehung nur dazu aus, sich illegal Medikamente aus ihrem Geschäft zu besorgen. Die Liebe zerbricht aber an Dr. Ketels selbstzerstörerischem Kreuzzug für eine ordentliche Krankenversorgung.

Eine schwierige Rolle, „die aber gar nicht so schwer zu spielen war“, findet Franziska Rummel und lacht ihr wunderbares Lächeln mit den leicht zusammengekniffenen Augen, das sie im ersten Teil des Films so oft zeigt. „Wir Neulinge – auch Hauptdarsteller Ketel Weber gehört dazu – sind von den etablierten Akteuren toll aufgenommen worden. Ich habe mich nie gefühlt wie eine Schauspielerin 2. Klasse.“ Was bei Spitzenkräften wie der Amerikanerin Amanda Plummer („Pulp Fiction“) auf ein hervorragendes Team schließen lässt.

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Dass die Oldenburgerin, die seit Anfang des Jahrtausends in Berlin lebt, überhaupt vor der Kamera stand, verdankt sie einem Zufall: Die AGO-Schülerin ist eigentlich Popcornverkäuferin, Kassiererin und Filmvorführerin in Berlins ältestem Programmkino „Moviemento“. Und als Linus de Paoli einen Dokumentarfilm über das Kino drehte und die 27-Jährige näher kennenlernte, erkannte der Regisseur die unentdeckten schauspielerischen Fähigkeiten der jungen Frau.

„Linus wollte auch einige ganz normale Menschen vor der Kamera haben und ihre Charaktere ungefiltert zeigen“, erzählt Franziska Rummel. „Wir sollten einfach so sein wie wir sind, ganz natürlich. Und das haben wir dann auch.“

Völlig unbeleckt von publikumsnahen Auftritten ist die Oldenburgerin allerdings nicht. Rummel hat eine Ausbildung im klassischen Gesang absolviert und in mehreren Opern (unter anderem „Wanderland“, „Zauberflöte“, „Glück“) größere Rollen besetzt. „Aber, um ehrlich zu sein, bei der Oper kommt es vor allem aufs Singen an, nicht so sehr aufs Spielen.“

Wenn das stimmt, dann hat Franziska Rummel, die heute Abend zur Premiere nach Oldenburg kommt, vorher schon heimlich geübt. Ein intensiveres Film-Debüt hat es schließlich vorher nur selten gegeben. Obwohl Franziska Rummel beste Voraussetzungen hat für eine Karriere im Kinogeschäft: Ihr Vorgänger im „Moviemento“ als Vorführer war Tom Tykwer – und der ist inzwischen ein international gefragter Regisseur.

Klaus Fricke
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