• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Mit Samba statt Regentanz ins Festival

15.07.2016

Oldenburg Mögen sich die Wolken über Oldenburg auch noch so drängen: Wenn Kultursommer ist, ist Sonne angesagt. Vielleicht nicht gleich am Himmel, doch auf jeden Fall im Herzen. Bürgermeisterin Germaid Eilers-Dörfler wusste das und gestaltete ihre Eröffnungsrede am Mittwochabend so sonnig euphorisch wie keiner ihrer vielen Vorgänger. Und Flavia Coelho kann sowieso nicht anders. Die Sängerin des Auftaktkonzerts stammt schließlich aus dem sonnenverwöhnten Brasilien.

Musikalische Jagd

Es war eine gute Wahl, die 35-Jährige an den Anfang des diesjährigen Festivals zu stellen. Gut 4000 Menschen hatten die Sorgen vor einem möglichen Regenschauer verdrängt und sich stattdessen auf den Schlossplatz gedrängt. So hatte die Kühle des Abends keinen Zugriff mehr auf die erwartungsfrohen Kuso-Fans, den Rest besorgte Flavia selbst: „Eins, zwei, drei, vier – Hände hoch, nach links, nach rechts!“ Und los ging die wilde musikalische Jagd durch Funk und Reggae, Bossa und Soul. Gleich mit ihrem ersten Song, dem Dauer-Hit „Periferia“, gaben Coelho (Gesang, Gitarre), Al Chonville (Schlagzeug) und Victor Attila Vagh (Tasteninstrumente, Gesang) die Richtung vor: Viel tiefgelegter Rhythmus, sehr lautmalerische Orgeltöne und darüber die meist flotten Liedvorträge von Flavia – fertig war die brasilianische Party.

Dass Coelho seit Jahren zwischen ihrem Geburtsort Rio de Janeiro und ihrem Wohnort Paris pendelt, hat ihre Songs vielleicht etwas westeuropäischer werden lassen. Die Kraft der südamerikanischen Musik, diese Mischung aus heimischer Folklore, tänzelnder Samba, treibendem Reggae und fröhlichem (Sprech-)Gesang, ist dennoch unüberhörbar, und sie betont ihre Wurzeln auch zusätzlich in ihren kurzen Ansagen und Statements. Darin beweist sie durchaus gesellschaftliches Engagement, zum Beispiel in „Paraiso“ aus dem Album „Sonho Real“ (erscheint im Oktober).

Hier erzählt sie nicht vom sonnigen Rio, sondern von dessen Schattenseiten mit Favelas, Gewalt und Armut – allesamt Jugenderfahrungen der Sängerin. Dann aber regiert sofort auch wieder das lässige Leben Brasiliens. Ihre dichten Haare, die vom Kopf abstehen, als hätte sie schnell noch mal in die Steckdose gefasst, und ihre knallblauen Leggins machen auch dem letzten Norddeutschen mit Bratwurst klar, dass nun getanzt werden darf. Nein: Soll! „Ihr wollt doch tanzen, oder?! Dann mal los“, animiert Flavia ihr Publikum im lustigen Drei-bis-vier-Sprachen-Mischmasch. Als sturm- und musikerprobte Kultursommer-Besucher wissen natürlich alle, was nun gefordert ist: Fußwippen, mindestens. Wenn nicht sogar Hüftschwünge, ganz lässig und unaufgeregt.

Gäste aus aller Welt

Der Auftritt von Flavia Coelho dauerte rund 90 Minuten, dann verließ das brasilianische Flair wieder den Oldenburger Schlossplatz. Eine kurze Zeitspanne nur, sicherlich, aber doch lang genug, um einzustimmen auf die vielen weiteren musikalischen Kultursommer-Gäste aus aller Welt. Sie mögen bitte ebenso viel Sonne mitbringen wie die junge Dame aus Rio de Janeiro.


Mehr Bilder unter   www.nwzonline.de/fotos-oldenburg 
Ein Spezial unter   www.nwzonline.de/kultursommer-oldenburg 
Klaus Fricke

Weitere Nachrichten:

Kultursommer

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.