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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Mörderische Jagd nach ewiger Jugend

06.10.2016

Oldenburg Wie schön bin ich? Bin ich genauso oder vielleicht doch sogar schöner als andere? Was für ein Bild schaffe ich von mir, wenn ich mich nur aus der Sicht der Anderen sehe?

Aussehen und der damit oft verbundene Attraktivitäts-Wahn sind zentrale Themen der Schauspielpremiere „Schönheit“ von Regisseurin Isabel Osthues am Staatstheater. Nach einer Vorlage der Autorin Nino Haratischwili inszeniert Osthues eine Geschichte in Anlehnung an die Legende von der ungarischen Blutgräfin Erzsébet Báthory aus dem frühen 17. Jahrhundert.

1610 wurde Báthory verhaftet und vom Gericht verurteilt. Die Anklage berief sich auf einen Skandal, der für Frauen ihrer Zeit als absolut untypisch galt. Die Gräfin war dem eigenen Schönheitswahn so tief verfallen, dass sie – um die eigene Jugend ewig zu erhalten – in Jungfrauenblut badete. Dafür ermordete sie historischen Fakten zufolge hunderte Frauen, auch aus dem Adel. 1614 wurde sie verurteilt und als Serienmörderin bei lebendigem Leib im Schloss eingemauert.

„Die Legende ist zum Teil historisch belegt, aber wie viele Frauen sie tatsächlich ermordete ist nicht klar. Auch nicht, inwieweit die Anklage mit ihrem tatsächlichen Tun übereinstimmt. Sie lebte in einer Männerwelt als eine der wenigen mächtigen Frauen. Und das noch in einem viel umkämpften Gebiet“, beschreibt Osthues die Geschichte, die heute als Mischung aus historischen Fakten und einem Mythos bekannt ist.

Haratischwili verarbeitete diesen Hintergrund in ihrem Drama Schönheit und „sieht dabei mehr auf die psychologische Seite hinter der Geschichte“, erklärt die Regisseurin. „Schönheit ist ein Stück über Abhängigkeiten. Grund für den Verjüngungswahn ist dabei die Liebe“, beschreibt sie weiter. Die Gräfin verliebt sich in dem Stück in einen Ratsherrn.

Intrigen, Lügen, und der daraus entstehende Wahn, bringen sie aus Liebe zu ihren blutrünstigen Taten. Was macht die Liebe mit ihr? Wie verwandelt sie das Bild von der Gräfin? Und was kann sie eigentlich mit den Menschen im Allgemeinen machen?

„Haratischwili hat eine unglaubliche Tiefe beim Schreiben. Sie erzählt sehr atmosphärisch und poetisch. Wir verbinden dies mit einer weiteren Ebene: sprechende Bilder“, verrät Osthues.

Zeitlos und zeichenhaft entwickelten Isabel Osthues (Regie), Jeremias Böttcher (Bühne) und Mascha Schubert (Kostüm) das Bühnenbild. Auf der Bühne sind die Darsteller Franziska Werner, Rajko Geith, Matthias Kleinert, Diana Ebert und Agnes Kammerer zu sehen. Dramaturg des Stücks ist Jonas Hennicke.

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