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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Buchvorstellung: Muntere Fahrt durchs alte Oldenburg

21.11.2015

Oldenburg Wer diese Stadt im Herzen trägt, hat vermutlich auch alle sieben Bücher von Michael P. Hopp im Regal stehen. Denn kurzweiliger kann man das alte Oldenburg nicht (wieder-)entdecken. Das wissen die Leser und Betrachter seiner reich bebilderten, schmalen Bände seit langem – die Bilder sind schwarz-weiß und alle lange nicht mehr gesehen, die Texte kurz, kenntnisreich, locker, bunt.

Am Freitag hat Hopp nun den achten Band vorgelegt: „Oldenburg – Kleine Episoden, Große Momente“, wie immer bei Isensee erschienen. Auch die NWZ  hat dafür ihr Archiv geöffnet, etwa fürs Titelbild: Verkehrspolizisten in den frühen 50er-Jahren, mitten im Verkehr auf der gepflasterten Kreuzung am Julius-Mosen-Platz – aber beide an der ersten mobilen Ampel und damit als Verkehrsregler nicht mehr vonnöten. Kleine Episode, großer Moment. Manchmal bleibt es auch bei der Episode, aber keine wollte man missen: aus der Oldenburger Welt der letzten Postkutschen, der Pferde, des Militärs, der Schule, beim Essen, im Sport, im Hafen.

Hopp zeigt die volle Markthalle in der Innenstadt 1964, den Kandelaber am Leffers-eck, das Everster Restaurant „Parkhaus“ (am Eversten Holz), die Fensterputzer auf ihren wackligen Holzleitern bei Hertie, auch die Einladung zum Sommerfest der Studentenschaft der Pädagogischen Akademie 1946. Einfach nur hingehen konnte man da nicht. Mitzubringen waren „Brotmarken, Fettmarken und Torfsoden“. Überall schwingen Geschichten mit: Auch, wenn Heinrich Kunst beim Gröönkohl-Äten 1960 in Bonn Heinrich Lübke ein lebendes Schwein überreicht oder wenn Männer in der Öffentlichen Badeanstalt an der Huntestraße 6 in einem der Kavaliershäuschen baden – das Badewasser wurde aus der Hunte hineingepumpt.

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Hopp zeigt auch den Elf-Gänge-Menüplan der „Großherzoglichen Mittagstafel“ vom Sonntag, 3. März 1878 (von Schildkrötensuppe über Damwild und Austern bis zu „Gefrorenem von Nüssen und Himbeeren“). Hopp schreibt: „Unsere Meinung: Alles mal eben am heimischen Herd nachkochen, dürfte schwierig werden.“ Dieser beiläufige, oft augenzwinkernde Ton begleitet Bild um Bild.

Eine strenge zeitliche Ordnung wird nicht verfolgt. Hopp: „Das geht auch ein bisschen quer durch den Garten, da saust eine Episode hinter der anderen her, das ist ein fröhliches Auf und Ab.“ Dazu passt auch das Bild der turnenden Jugend in der alten Jahnhalle 1953. Hopp sagt: „Man soll die Chance haben, sich zu erinnern. Da ist dieser Loheboden aus Rinden, Sägespänen und Sand, der roch so leicht säuerlich. Wer das sieht und erlebt hat, dem juckt das in der Nase, wie der Duft der ersten Zigarette.“

Platz ist da auch für Bubi Scholz, der gerade (1957) seinen Boxvertrag für den folgenden (K.O.-)Kampf gegen den Franzosen Francisco Frances in der Weser-Ems-Halle unterschreibt, oder für das Donnerschwee-Stadion und seine umliegende Bebauung 1960 aus der Luft. Wie ein Wimmelbild erscheint das Foto des regen Wochenmarkttreibens 1953 auf dem Pferdemarkt – alles voller Pferdefuhrwerke und Tempo-Dreiräder, „deren knatternde Zweitakter man damals schon von weitem roch“, sagt Hopp.

„Es ist ein bebilderter Oldenburg-Band geworden, der Geschichten erzählt, ein bisschen vom Alltag, ein bisschen vom Sonntag, von den Menschen, so, wie ich Oldenburg sehe und empfinde“, sagt Hopp. Und genau so empfindet es der Leser gerne nach.

Karsten Röhr Redakteur / Redaktion Oldenburg
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