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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Konzert: Musik als Protest gegen Menschenverachtung

22.10.2015

Oldenburg Fast 77 Jahre liegen sie zurück – die Novemberpogrome in der Reichskristallnacht. Ursula Mamlok hat sie miterlebt. Aufgrund ihrer jüdischen Abstammung musste die Komponistin zusammen mit ihrer Familie im Jahr 1939 aus Deutschland fliehen. Häufig ist man versucht, ihre Musik mit ihrer Biografie in Bezug zu setzen.

Nur in einem einzigen Werk hat sie sich aber tatsächlich mit dieser Geschichte befasst: „Rückblick: In Erinnerung ‚Kristallnacht‘ 9. Nov. 1938“. Xabier Casal (Saxophon) und Roman Rofalski (Klavier) aus dem Oh ton-Ensemble lieferten Dienstagabend eine eindrucksvolle Interpretation dieses Werks im Rahmen der Klangpol-Konzertreihe „NOIeS!“ in der Exerzierhalle. Klage, Trauer, wilde Gesten bestimmen diese Musik. Warum die Komponistin nicht mehr zum Thema geschrieben hat? Musik ist für sie Instanz der Sinngebung und ein Schutzraum, der nicht zerstört werden darf. In Anlehnung an den Komponisten Karl Amadeus Hartmann bezeichnet sie Kunst als Gegenaktion gegen Menschenverachtung.

Vor 1945 entstandene Werke von Komponistinnen und solche aus der Nachkriegszeit wollte der „oh ton-Verein“ zunächst unter dem Titel „Zwei Generationen“ vereinen. Mit Sabrina Schroeder, Kaija Saariaho, Younghi Pagh-Paan, Karin Haußmann und Rebecca Saunders standen stattdessen vornehmlich solche auf dem Programm, die frühestens 1945 geboren sind. Kompositorische Vielfalt wird aber hier ebenso hörbar. So mit Saunders’ technisch fordernder Komposition „Solitude“ für Violoncello solo, dessen lebhafter Vortrag durch die Widmungsträgerin Séverine Ballon faszinierte. Andere Klangwelten eröffnet Schroeders kompositorische Auseinandersetzung mit Reibungen in dem Werk „He Cuts Snow“, u.a. durch hierfür hergestellte elektrische Geräte, die den Klang von Flügel und Perkussionsinstrumenten (Michael Pattmann) verfremden.

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Wiederum anders klingt Haußmanns „a fuoco lento“ (auf kleiner Flamme), die das Kochen widerspiegelt, etwa das Klappern von Arbeitsgerät (v. a. in der Flöte, Keiko Murakami, der Klarinette, Andrea Nagy, und den Perkussionsinstrumenten).

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