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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Musikalisches Erdbeben in der Kulturetage

07.02.2017

Oldenburg Wo ist denn bloß Max Giesinger? Seine Band steht auf der in blaues Scheinwerferlicht getauchten Bühne und spielt gleich als erstes Stück den Tour-Titelsong „Der Junge, der rennt“, doch vom Sänger ist noch nichts zu sehen und hören. Zwei Minuten geht das so, dann strahlt ein weißer Spot auf die Empore in der ausverkauften Kulturetage. Dort oben, zwischen den Sitzplatzreihen, taucht plötzlich Giesinger auf und stimmt die ersten Zeilen an. Das sorgt am Sonntagabend in der mit 850 – überwiegend weiblichen – Fans gefüllten Halle für den ersten
Kreischalarm.

Giesinger ist einer der Shooting-Stars am Pop-Himmel des Jahres 2016 gewesen – sein Song „80 Millionen“ wurde zur deutschen Hymne der Fußball-EM und kletterte auf Platz eins der Charts. „Wir hätten dreimal so viele Karten verkaufen können“, sagt Andreas Holtz, Musikchef der Kulturetage. Seit Oktober seien alle Tickets für den Auftakt der von der OLB geförderten „Sturm & Klang“-Reihe vergeben gewesen. Eine Verlegung in die größere Weser-Ems-Halle war an der zeitgleich stattfindenden Motorradmesse gescheitert.

So kommen die 850 Glücklichen – zuvor von der fabelhaften Vorband „Two Cities“ in beste Stimmung gebracht – in den Genuss eines ebenso energiegeladenen wie zuweilen intimen Clubkonzerts, in dem sie ihrem Star ganz nahe sein können. Schon beim dritten Song – „Kalifornien“ – klettert Giesinger wieder von der Bühne und spaziert mit seinem Mikrofon durch die euphorische Menge. „Lecko mio!“, ruft der 28-Jährige, „ist das eng hier.“ Smalltalk mit den Fans mitten im Song: „Seid ihr gut ins neue Jahr gekommen? Ihr seht erholt aus!“ Und sportlich sind die Oldenburger auch – das zeigt sich bei „Wenn sie tanzt“, seiner aktuellen Single: Giesinger verlangt ein Erdbeben der Stärke fünf auf der Richterskala, und bekommt es auch: Der ganze Saal geht in die Hocke, wartet das Kommando der Band ab und springt los. Zu „In Balance“ studiert der Frontmann mit dem Publikum danach noch einen massenkompatiblen Tanzmove ein.

Zwischendurch nehmen Giesinger und seine Band – Steffen Graef (Gitarre), Paul Sieferle (Bass), Klaus Sahm (Keyboards) und Lars Brand (Schlagzeug) – immer mal wieder das Tempo heraus: „Alles auf Anfang“ und „Die guten Tage strahlen“ gibt es in ruhigen Unplugged-Versionen. Der in der Nähe von Karlsruhe geborene Giesinger plaudert freimütig über seine nach zwei Wochen abgebrochene Banklehre, seine badische Heimat und seine Freundschaft zu seinem aus Nordhorn stammenden Gitarristen Steffen, der ihm Hochdeutsch beigebracht hat. Er setzt sich alleine ans E-Piano und spielt „Fix you“ von Coldplay, das ihm 2012 einen ersten großen Erfolg als Teilnehmer der Castingshow „The Voice of Germany“ bescherte, Michael Jacksons „Earth Song“ schickt er hinterher.

Giesinger schließt mit seinem Hit „80 Millionen“ – zunächst in der Originalversion, dann als Reminiszenz an seine Anfänge als Straßenmusiker in einer Unplugged-Fassung, die seine Band-Kollegen nur mit Schellenkranz, Rasseln und Mundorgel begleiten. Die 850 Fans geben dazu im Refrain einen lautstarken Chor.

„Du hast gesagt, du bleibst für immer“, singt Giesinger am Schluss der Zugabe, „dass wir die Lichter sehen, bis die Musik ausgeht.“ Das tut sie in der Kulturetage um 22.40 Uhr. Das Publikum feiert den sympathischen Sänger und seine Band. „Es war großartig mit euch“, schwärmt Max Giesinger, „ich komme gerne wieder!“

Stephan Onnen Redakteur / Redaktion Oldenburg
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